24. August 2026 · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Offb 21,9b-14
Dem Seher Johannes wird in einer farbenprächtigen Vision das Herabkommen und die Außenansicht der himmlischen Stadt Jerusalem gezeigt. Johannes ist überwältigt von ihrem Anblick. Die Stadt leuchtet gleich einem kristallklaren Jaspis, sie ist viereckig angelegt und umgeben von einer hohen und schützenden Mauer mit zwölf massiven Durchgangstoren. Die Abmessungen der Stadt sind alle von der symbolträchtigen Zahl Zwölf bestimmt und weisen damit auf das perfekte endzeitliche Bild des geeinten Gottesvolkes hin. Auch die Ausdehnung der Stadt ist unvorstellbar, die angegebenen 12 000 Stadien entsprechen umgerechnet etwa 2 400 km. Und mit ihren 12 Toren nach allen Himmelsrichtungen ist sie für die Menschen aus allen Ländern zugänglich, ob es sich nun um Juden oder Heiden handelt. Das Fundament der umgebenden Mauer besteht aus zwölf Grundsteinen, auf welchen die Namen der zwölf Apostel des Lammes geschrieben sind. Dieses himmlische Jerusalem wird als Braut des Lammes bezeichnet, was darauf hinweist, dass Gott sich in ihr mit seinem Volk in beständiger Liebe und Treue verbindet. In diesem himmlischen Jerusalem gehen alle Hoffnungen des Volkes Gottes in Erfüllung. Hier liegt unser aller Ziel. Dort finden alle Suchenden Frieden und Heimat. Diesen Frieden bewirken Gottes Gegenwart, seine Liebe und das Lamm – Jesus Christus – im Mittelpunkt der Stadt. Nur ein schöner Traum oder unsere Zukunft?
Evangelium – Joh 1,45-51
Jesus gruppiert seine ersten Jünger um sich. Andreas, der Bruder des Simon (später genannt „Petrus“), beginnt diesen Reigen. Er ist ein fragender Mensch mit der Suche nach einer Antwort auf die Frage des Lebens: Wohin führt unsere Reise? Der zweite Jünger ist Simon und diesem sollten Philippus und Natanael folgen. Natanael suchte nicht von sich aus den Herrn, Jesus war es, der ihn zuerst ansprach, denn er kannte ihn bereits. Wieso konnte Jesus ihn kennen? In diesem „Kennen“ öffnet sich der Blick des Ewigen, vor dessen Auge Zeit und Raum kein Hindernis sind. So kannte Jesus nicht nur diesen Natanael, sondern er kennt auch jeden einzelnen von uns. Was ist der Grund für dieses alles umfassende Wissen? Jesu Wissen gründet in der Sohnschaft Gottes, und darin, dass ihm der Vater uns alle anvertraut hat. Es ist dies ein Zeichen dafür, dass Jesus immer bei uns ist, egal wo wir uns gerade befinden. Er kennt alle unsere Wege, auch wenn uns diese in die Dunkelheit führen. Er kennt die Beschaffenheit unserer Seelen, in welchen sich ständig ein Kampf, Gut gegen Böse, abspielt. Manchmal gewinnen wir diesen Kampf, manchmal siegt der Antichrist. Doch Jesus möchte uns nicht verlieren, keinen einzigen von uns. Deshalb hat er bereitwillig die Last des Kreuzes auf sich genommen und es bestiegen.