29. August 2026 · Enthauptung Johannes‘ des Täufers
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Jer 1,4.17-19
Am Anfang seines Buches schildert Jeremias seine Berufung. Obwohl er damit nicht einverstanden ist, weicht Gott nicht von seiner Entscheidung ab. Jeremia macht Einwände, weil er weiß, dass er mit Gottes Botschaften auf erbitterten Widerstand stoßen wird. Er ahnte, was im bevorstehen würde, denn es gab noch kaum einen Propheten, der nicht mit Widerspruch und Verfolgung konfrontiert wurde. Nicht selten hat man sie für geisteskrank oder staatsgefährlich erklärt und entsprechend behandelt. Doch Gott beruhigt Jeremias. Wenn er seinem Auftrag treu bleibt, wird er keinen Grund haben, vor seinen Gegnern zu erschrecken, weil Gott mit ihm bleiben wird. Jeremias wird damit ein Gefühl des Vertrauens geschenkt, der Fürsorge und der Anteilnahme, deren sich der Berufene ganz überlassen kann. Auch in unseren Tagen werden Menschen vor Probleme gestellt oder in Krisen geworfen. Was dann benötigt wird, ist ein starker Rückhalt. Einen solchen kann uns nur Gott geben, vorausgesetzt wir vertrauen ihm und hören auf seine Stimme. Er ist es dann, der unsere Schwächen ausgleicht, uns stützt und wieder Zuversicht schenkt, dass das Licht auch wieder für uns scheinen wird.
Evangelium – Mk 6,17-29
Als Christ ist es selbstverständlich, Gottes Wort zu hören und es zu kennen. Trotzdem ist dies nur eine Seite der Medaille. Es scheint fast so, als sei die Rückseite dieser Medaille noch mehr von Bedeutung. Dort wurde eingeprägt: Du musst Gottes Wort im Leben umsetzen! Denn erst dieses „Umsetzen“ bringt uns dem Reich Gottes näher. Wir können zwar viel lesen in den Evangelien, doch wenn das Gelesene nicht Einzug hält ins Herz, dort nicht lebendig, sondern lediglich in einem Ordner abgelegt wird, kannst du Jesus auf seinem Weg nicht nachfolgen und gelangst nicht an dein Ziel. Der Weg der Nachfolge beginnt mit der Taufe. Auf diese folgt das Hören des Wortes. Dieses Wort kann, wenn es angenommen wird, vieles verändern, auch in dir. Es trägt in sich die Eigenschaft, bei selbstkritischer Beobachtung, leicht in Verlegenheit zu führen. Denn Gottes Wort ist die Wahrheit, und die rechte Erkenntnis deiner selbst kann zu einer schmerzhaften Erfahrung werden. Hörst du Gottes Wort und trifft es dein Innerstes, belasse es nicht dabei wie Herodes, sondern lass dieses Wort deine Seele verändern, hin zum Guten, zum Licht auf dieser Welt. Gottes Wort lässt dich die Schattenseiten in deiner Seele aufspüren und hilft dir, diese im Licht der Erkenntnis zu beseitigen. Sei ehrlich zu dir selbst und versuche, einen Blick von außen auf dich zu werfen. Ein Wechsel der Blickrichtung von innen nach außen auf von außen nach innen, kann oft Wunder bewirken.