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17. August 2026 · Montag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Ez 24,15-24Evangelium · Mt 19,16-22

Erste Lesung – Ez 24,15-24

Wir befinden uns im Jahr 588 v.Chr., die Belagerung Jerusalems durch Nebukadnezzar hat begonnen. Und abermals soll Ezechiel durch eigenes Leiden zum symbolischen Zeichen der Katastrophe werden. Seine Frau, die „Freude seiner Augen“ stirbt am Abend. Gott aber verbietet ihm zu trauern, er darf die zeitgenössischen Trauerbräuche (laute Totenklage, Staub und Asche auf dem entblößten Haupt, bloße Füße, verschleiertes Gesicht und ein Leichenschmaus für die Trauernden) nicht vollziehen, sondern nur stöhnend umhergehen. Mit dem Tod seiner Frau beginnt auch der Untergang Jerusalems. Gott wird den Tempel entweihen, Menschen werden verschleppt und die Stadt zerstört werden. Was für Ezechiel die „Freude seiner Augen“ war, war der Tempel für das Volk. Starr vor Entsetzen werden die Menschen außerstande sein, ihrer Verzweiflung mit den üblichen Trauerriten Ausdruck zu verleihen. Ezechiels Verlust und der Verlust für das Volk lassen sich kaum mit Worten beschreiben. Wie konnte es dazu kommen? Das Verhalten der Menschen gegen Gott, ihre Abkehr vom traditionellen Glauben und Zuwendung zur Weltlichkeit führten zu diesem Gericht. Sie wollten nicht erkennen, dass „Gott der Herr ist“. Allzu weit scheinen auch wir heute nicht von dieser Ansicht entfernt zu sein. Kirchenaustritte, Verkauf von nicht mehr genutzten Kirchengebäuden, Atheismus und Hang zur Weltlichkeit nehmen auch bei uns überhand. Wird Gott abermals mit einem Gericht reagieren?

Evangelium – Mt 19,16-22

Die Frage nach dem ewigen Leben ist eine essenzielle Frage, mit welcher sich jeder von uns schon beschäftigt hat. In Wahrheit beschäftigt einen die Frage: „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ bis zum Lebensende. Auch den Mann im heutigen Evangelium beschäftigt diese Frage. Er geht zwar davon aus, dass es dieses ewige Leben tatsächlich gibt, doch der Weg dorthin ist ihm noch unklar. Jesus beschreibt den Weg dorthin: Es ist der Weg der Liebe, wobei es jedoch lieblosen oder verhärteten Herzen schwerfällt, diesen Weg einzuschlagen. Solche Herzensverhärtungen können viele Gründe haben, einer davon ist materieller Reichtum, denn dieser fördert den Egoismus. Daher der Rat Jesu an den Mann, dem Reichtum zu entsagen. Der Wunsch nach dem ewigen Leben ist in jeder Seele verankert. Und das zurecht, denn die Unsterblichkeit als göttliche Eigenschaft wurde auch schon uns, mit der Geburt der Seele, als Samen eingepflanzt. Daher keimt dieser Wunsch in unseren Herzen aber auch zugleich mit der Hoffnung, dass sich für uns eines Tages alles zum Besseren hinwenden wird. Doch den Antichristen stört diese Hoffnung und diese Saat der Ewigkeit. Denn ihm wurde die Hoffnung auf die Ewigkeit entzogen, sein Schicksal wird einmal ein anderes sein. Deshalb möchte er so viele Menschen wie möglich in seinen Untergang miteinbeziehen. Darum kämpfe täglich gegen seine Versuchungen an. Auch wenn es dir nicht immer gelingt seinen Einflüsterungen standzuhalten, bleib auf deinem Weg. Der Herr kennt deine Schwächen und hat sie bereits am Kreuz ausgeglichen.