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16. August 2026 · Sonntag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 56,1.6-7Evangelium · Mt 15,21-28

Erste Lesung – Jes 56,1.6-7

Nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil war die Situation bedrückend, die sozialen und religiösen Verhältnisse unerfreulich. In dieser Situation erschallt die Freudenbotschaft an das Volk: Das Heil ist nahe, Gott ist gerecht. Er schließt in seiner Liebe niemanden aus. Die Einschränkung der Zulassungsbestimmungen zum Volk Gottes am Zeichen der Beschneidung ist vorbei und allein auf das ethische Tun und die Einhaltung des Sabbats ausgerichtet. Wer Gott folgen und gehorchen will, findet in seinem Volk einen Platz. Ausgrenzungen gibt es nicht mehr, selbst Kastrierte und Kinderlose, denen damals der Tempelbesuch untersagt war, finden wieder Aufnahme in die Gemeinschaft mit Gott. Das ist einmalig in der hebräischen Bibel. Doch geht die Öffnung des Heilsangebotes an alle mit einer Beschränkung auf die Gerechten einher. Gemeint ist damit ein Tun von Recht und Gerechtigkeit. Es geht also um praktizierte Menschlichkeit, die es den Schwachen ermöglicht, ein Leben in Würde zu führen. Es kommt nicht mehr auf die mit der Geburt gegebene Zugehörigkeit zu einem auserwählten Volk an. Es ist entscheidend, wer sich Gott und seiner Gerechtigkeit anschließt. Das Haus Gottes, sein Reich, steht somit für alle offen, die ihre Zugehörigkeit zu ihm mit ihrem Leben bestätigen. Aus allen Völkern ruft Gott sein neues Volk zusammen.

Evangelium – Mt 15,21-28

„Hab Erbarmen mit mir; Herr, du Sohn Davids!“ rief eine heidnische Frau. Jesus gab dieser heidnischen Frau aber vorerst keine Antwort. Warum? An wen richtete sich denn anfänglich die Botschaft Jesu? Wir alle würden antworten: An jeden Menschen, also die gesamte Menschheit. Jesus dachte damals hingegen geschichtlich, heilsgeschichtlich. Er wusste sich in erster Linie zu den verlorenen Schafen Israels gesandt. Doch dieses Volk lehnte ihn weitgehend ab. Das veränderte grundlegend die heilsgeschichtliche Gesamtlage. Offen für ihn waren damals anfangs nur einzelne aus dem Haus Israel, wie Zachäus, Simeon, Lazarus, dann die Gruppe der Zöllner und Sünder. Schließlich die Heiden. Bei den Heiden fand Jesus offene Geister und bereite Herzen. Das Heil fand somit seinen Weg, auch zu den Heiden. Rufst du auch nach Gott, wenn es dir nicht gut geht, wenn du seine Hilfe benötigst? Oder wendest du dich in deiner Not zuerst allem anderen zu, bevor du dich zum Gebet entschließt? Würdest du regelmäßig das Gebet der Hingabe pflegen, würde dir schneller geholfen werden. Gott rettet alle, die nach ihm rufen. Hol dir doch neue Lebenskraft aus der Quelle allen Lebens, verliere nicht deinen Glauben und deine Geduld, Gott wird dir zur rechten Zeit das Notwendige und noch mehr geben. Wo du glaubst, am Ende zu sein, sieht Gott für dich einen neuen Anfang. Lass dich durch vorübergehende Schwierigkeiten nicht aus dem Konzept bringen; du wirst sehen: Du wirst von all dem befreit werden, was dich momentan so sehr bedrückt. Gott wird alle Last von dir nehmen und sie in Freude verwandeln.