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15. August 2026 · Mariä Aufnahme in den Himmel

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Offb 11,19a;12,1-6a.10a,bEvangelium · Lk 1,39-56

Erste Lesung – Offb 11,19a;12,1-6a.10a,b

Die siebte Posaune in der Offenbarung des Johannes kündigt das Ende an, der Himmel feiert schon seinen Sieg, auf dessen Durchsetzung die Erde noch hofft. Der Himmel öffnet sich und die Lade des Bundes, die verlorengegangen war, erscheint als Zeichen der Endzeit von neuem. Dazu erscheint eine Frau am Himmel, sie ist schwanger und steht für das auserwählte Volk Gottes, aus dem der Messias geboren werden soll. Die zwölf Sterne über ihrem Haupt erinnern an die zwölf Stämme Israels. Ihre Geburtswehen sind weniger von der irdischen Geburt des Messiaskindes zu verstehen als von den Leiden des Gottesvolkes. Ihr gegenüber wird ein weiteres Zeichen am Himmel sichtbar: ein gewaltiger feuerroter Drache, wobei die Farbe Rot für Blut und Mord steht. Auch hinter ihm verbirgt sich keine historische Person, er ist der endzeitliche Gegenspieler Gottes. Frau und Drache stehen sich gegenüber. Der Drache möchte das Neugeborene verschlingen. Aber er wird von Christus überwältigt werden, so die marianische und christologische Auslegung dieser Erzählung. Doch sind die Zweifel an dieser Interpretation nie verstummt. Sie stützen sich auf kritische Textbeobachtungen, die mit der kanonischen Jesusüberlieferung nur schwer in Einklang zu bringen sind. Aber eines ist gewiss: Über der irdischen Bedrängnis der Christen wird der Himmel aufreißen, sie werden von Gott gerettet und Teil der himmlischen Bürgerschaft werden.

Evangelium – Lk 1,39-56

Maria eilte in diesen Tagen, selbst schwanger und den Herrn in sich tragend, in das Bergland von Judäa zu ihrer Verwandten Elisabet und blieb dort drei Monate. Was trieb sie zur Eile? Es war nicht nur ihre in Schwangerschaft befindliche Cousine Elisabet, welcher sie ihre Hilfe zulassen kommen wollte, es war auch das Herabkommen Gottes auf die Erde, ein Ereignis, dass sie voll Freude mitteilen wollte: Gott ist da, er wird Mensch, in ihr. Sie ist die Auserwählte. Elisabet sollte dies ebenfalls erfahren. Der Glaube, den sie gelebt hatte, hat ihr zu dieser Ehre verholfen (Lk 1,45). Der Glaubende ist derjenige, der Gott in sein Leben einlässt, für den Gott nicht nur Theorie ist, sondern Wirklichkeit. Maria möchte uns damit mitteilen: Seid Glaubende und lebt als solche, dann wird sich bei euch auch Freude einstellen, denn eine Begegnung mit dem Herrn bringt immer Freude. Spürtest du schon einmal diese Freude in dir? Jetzt kannst du fragen: Wann soll ich das gespürt haben und wann soll denn der Herr wieder zu mir kommen, dass ich eine solche Freude empfinden kann? Der Herr kommt ganz persönlich in der Eucharistie zu dir. Dort kannst du ihn empfangen, in dir hören und spüren. Bei diesem Geschehen verleiht er dir Kraft und lässt dich Anteil haben an den Gaben des Heiligen Geistes. Deine Seele wird vor Freude beben in der Verbindung mit dem Herrn.