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18. August 2026 · Dienstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Ez 28,1-10Evangelium · Mt 19,23-30

Erste Lesung – Ez 28,1-10

Ezechiel wird von Gott beauftragt, Anklage gegen den Herrscher von Tyros zu erheben und ihm das Todesurteil auszusprechen. Die besondere Lage der Stadt als Insel im Meer und ihre Bedeutung als führende phönikische Stadt während der Königszeit Israels, führten zu Reichtum und verleiteten ihren König dazu, sich einem Gott gleichzustellen. Er verhalf zwar in seiner Weisheit zu Reichtum und Macht, aber er wurde hochmütig – er fühlte sich als Gott. Doch die Überheblichkeit des Menschen, der sich gottgleiche Stellung anmaßt, wird in der Bibel immer wieder als Ursünde angeprangert. Aus diesem Grund prophezeit ihm Ezechiel seinen Untergang, er wird in einer Art Höllenfahrt in die Unterwelt hinabgestoßen, wo er einen unehrenhaften Platz erhalten wird. Die „Weisheit“ mancher Herrscher ist oft nur eine Schmalspurweisheit. Profitmaximierung, Anhäufung von Besitztümern und Gier nach vollkommener Macht lassen sich aber nicht mit der Weisheit, die von Gott kommt, vergleichen. Weisheit, menschenfreundlich eingesetzt, entspricht Gottes Willen, seiner Liebe und Barmherzigkeit. Weisheit gegenteilig eingesetzt, entspricht dem Wollen des Antichristen. Die „Götter“ Macht und Reichtum sind aber gefräßig, sie vertilgen am Ende sogar jene, die sie doch ernähren und mehren sollten, sie führen lediglich in den Untergang.

Evangelium – Mt 19,23-30

Die Jünger erschraken heftig bei der Aussage Jesu: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“ (Mt 19,24) und fragten: „Wer kann dann noch gerettet werden?“ Die Antwort Jesu, dass für Gott alles möglich ist, nimmt den vom Alten Testament zum Neuen Testament durchlaufenden Gedanken auf, dass es von diesem allmächtigen und barmherzigen Gott her gesehen, selbst für scheinbar unrettbare Menschen noch eine Aussicht auf Rettung und Heil gibt. Und so können auch wir, die wir nicht sündenfrei sind, gerettet werden. Wie würde es sonst im Himmelreich sein, wenn dort nur sündenfreie Menschen hinkämen? Eigentlich müsste das Himmelreich leer sein, kein Mensch dürfte sich dort aufhalten. Aber Gott hat das vorausgesehen, als er uns die Freiheit schenkte, uns entweder für ihn oder für die Stimme des Widersachers zu entscheiden. Deshalb sein Rettungsplan: Jesus Christus. Er ist es, der für all unsere Schuld einspringt und dafür bezahlt. In Jesus Christus entlastet er uns von unserer Schuld, lädt sie auf sich selbst, sodass wir wieder aufrecht vor ihm stehen können. Das heißt: Selbst befreien können wir uns nicht, wir sind auf Gottes rettende Hand angewiesen. Jesus macht alle Pläne Satans zunichte. Darum hat Satan keine Freude an ihm, verliert er doch durch Jesus Christus viele Seelen. Wenn wir an Jesus und sein Rettungswerk glauben, dann sind wir gerettet. Darum ist es kaum zu verstehen, warum sich heute so viele Menschen vom Herrn abwenden, und lediglich irdischen Werten nachlaufen, anstatt sich auf das eigene Glück und Heil im Jenseits vorzubereiten.