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13. August 2026 · Donnerstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Ez 12,1-12Evangelium · Mt 18,21-19,1

Erste Lesung – Ez 12,1-12

Abermals wird Ezechiel von Gott zu einer Zeichenhandlung als Mahnung zur Umkehr aufgefordert. Er soll den Zug in die Verbannung vorspielen. Er packt das Notwendigste für die Flucht zusammen, schultert in der kühlen Abenddämmerung sein Gepäck und bedeckt zum Zeichen der Trauer und Scham sein Gesicht. Er durchbricht die Hauswand, was für die künftigen Breschen in der Jerusalemer Stadtmauer steht, durch die die Besiegten in die Verbannung geführt werden. Dabei spielt er aber nicht irgendeinen Flüchtling, sondern König Zidkija, dessen spätere Blendung im Verhüllen von Ezechiels Gesicht prophezeit werden soll. Ezechiel zeigt dem Volk die drohende und nahende Zukunft. Doch sein Publikum bleibt unbeeindruckt und verstockt, es nimmt Gottes Angebot zur Rettung nicht an. Die Menschen wollen nicht sehen, nicht hören, nicht verstehen und sich nicht ändern. Und was sie schon einmal erlitten hatten, wird verdrängt und vergessen. Die Menschheit scheint aus ihren Schicksalsschlägen nicht lernen zu wollen. Kriege ohne Ende durchziehen unsere Geschichte und all das Leid, das dadurch verursacht wird, ist rasch wieder vergessen. Umkehr zu einem dauerhaften, gottesfürchtigen Leben, scheint nicht von Priorität zu sein. Die Menschheit hat andere Prioritäten, ihre eigenen, fernab vom Herrn.

Evangelium – Mt 18,21-19,1

Petrus stellt die Frage: Wie oft muss ich verzeihen? Als Antwort erzählt ihm Jesus ein Gleichnis: Ein König verlangt Rechenschaft von einem seiner Beamten, denn die Abrechnung wies einen erheblichen Fehlbetrag auf. Der Beamte bittet um Geduld und verspricht, alles zurückzuzahlen. Daraufhin erlässt ihm der König nicht nur einen Teil der Schuld, sondern alles. Kurze Zeit darauf trifft dieser Beamte einen Kollegen, der ihm die Summe von drei Monatsgehältern schuldet. Hart fordert er sein Geld zurück und lässt den Kollegen ins Gefängnis werfen. Dem Beamten wurde vom König eine unvorstellbare hohe Schuld erlassen, er war aber nicht bereit, einem Kollegen eine vergleichsweise geringe Schuld zu vergeben. Was möchte uns Jesus mit diesem Gleichnis mitteilen? Er sagt uns: Du lebst davon, dass dir schon von Gott viel mehr verziehen worden ist, als du je einem anderen verzeihen könntest. Gott ist so barmherzig zu uns, dass wir nicht so unbarmherzig untereinander sein dürfen. Wie oft warst du bereits unbarmherzig? Legen wir aufrichtigen Herzen Rechenschaft darüber ab. Das bedeutet, die Verantwortung für das unbarmherzig Getane oder Unterlassene zu tragen. Einmal losgelöst von dieser Welt, lässt sich so manch Verschuldetes nicht mehr rückgängig machen. Doch können wir zu unseren irdischen Lebzeiten Lossprechung von Schuld durch das Sakrament der Buße erhalten. Leider gerät diese Gnade Gottes, dieses Sakrament, immer mehr in Vergessenheit und wird kaum mehr in Anspruch genommen. Besinnen wir uns wieder dieses Angebotes Gottes, um bei der Aufnahme in den Himmel nicht durch eine notwendige Seelenreinigung unnötig aufgehalten zu werden.