11. August 2026 · Heilige Klara von Assisi
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Phil 3,8-14
Der Brief an die Gemeinde in Philippi zeigt uns eine Gemeinde, die viel zu leiden hatte und von Spaltung bedroht war. Paulus warnt in seinem Schreiben vor falschen Lehrern, vor Judenchristen, die darauf bestanden, dass sich nichtjüdische Bekehrte beschneiden lassen und das Gesetz halten müssten. Betreffend das Gesetz, das für ihn früher Gewinn war, erkennt er nun, dass dessen Vorzüge sich zwischen Gott und ihn stellten, sofern er sein Vertrauen lediglich auf sie setzte. In Gemeinschaft mit Gott führt nämlich nicht die vermeintliche Erfüllung des Gesetzes, sondern die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und die er dem schenkt, der ihm im Glauben an Christus seine Hand öffnet. Für Paulus liegen die Treue zum Gesetz des Moses und die heiligen Überlieferungen seines Volkes zu dem, „was hinter mir liegt“ (V.13). Paulus legt hier als Jude ein jüdisches Bekenntnis zu Jesus als dem Christus ab. Für ihn zählt nach seinem beeindruckenden Damaskus-Erlebnis, Christus zu erkennen, von ihm erkannt und angenommen zu werden. Er weiß allerdings, dass er von diesem Ziel noch weit entfernt ist, denn christliche Vollendung ist nie etwas Erreichtes, Fertiges, sie besteht vielmehr darin, sich immer neu von der Wahrheit und Kraft Christi ergreifen zu lassen. Als Christen sind wir daher gefordert, uns jeden Tag neu den Herausforderungen des Christseins zu stellen, unseren Lebensweg täglich neu zu hinterfragen und ggf. unser Leben komplett zu verändern.
Evangelium – Mt 19,27-29
Wir treffen hier auf eine gewaltige Aussage von Jesus. Müssen wir tatsächlich, um das ewige Leben zu erhalten, alles verlassen was uns lieb und teuer ist? Ich denke, dass uns Jesus mit diesen harten Worten zeigen möchte, wie viel Anstrengung und Selbstüberwindung es bedarf, ihm nachzufolgen. Dabei müssen wir lernen, zu verzichten. Wir müssen auf liebgewonnene Gewohnheiten verzichten, welche uns Zeit rauben, die uns dann fehlt, um den Weg der Nachfolge ernsthaft zu beschreiten. Beispiele für solche Gewohnheiten gibt es genug: chatten, surfen im Internet oder Fernsehen, Computerspiele usw. Oft bedeuten uns diese mehr als Familie oder das Hinausgehen in die Welt, um denjenigen, die in ihrer Dunkelheit verloren sind, das Licht zu bringen. Gemeinschaft mit Jesus und Gemeinschaft mit Notleidenden bedeutet Opfer und Verzicht, doch dürfen dabei familiären Verpflichtungen nicht zu kurz kommen. Unser Leben muss auf den Nächsten ausgerichtet sein. Jesus hat auch nicht für sich selbst gelebt, er gab sein Leben am Kreuz für dein Leben. Bist du mit ihm einen Bund eingegangen, ihm nachgefolgt und hast sein Wort in die Tat umgesetzt, schenkt dir der Vater das von Jesus für dich erworbene Heil des ewigen Lebens. Denke bei allem, was du im Leben tust, an dieses wunderbare Geschenk Gottes. Leicht kann man es verlieren, wenn die Stimme Gottes im Leben unerhört bleibt und dir die Nachfolge Jesu kein Anliegen ist.