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10. August 2026 · Heiliger Laurentius, Diakon

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Kor 9,6-10Evangelium · Joh 12,24-26

Erste Lesung – 2 Kor 9,6-10

In der heutigen Perikope kommt Paulus auf die Geldsammlung für die Gemeinde in Jerusalem zurück. Diese scheint in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken, weil durch den Bruch mit dem Judentum die Neubekehrten oft ihre Arbeit verloren haben und auch ihre Familien nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollten. So rief Paulus verschiedene Gemeinden auf, ihren in Not geratenen jüdischen Mitchristen zu helfen. Er sieht dabei die Sammlung als Teil eines größeren, von Gott ausgehenden Projekts. Als Handlanger Gottes bewirken die Gemeinden in der gegenwärtigen Zeit des Heils, des überreichen Segens, die Ausgießung von Gottes Segen über alle. Viele leiden zurzeit keinen Mangel, können so in Freude teilen und erhalten dafür Dank von ihren Mitbrüdern und von Gott. Hochherziges schenken macht den Geber selbst froh, denn es schafft Gemeinschaft mit dem Beschenkten und mit Gott selbst, von dem jede Gabe kommt und der auch die Gnade des Schenkens gibt. Und wenn Christen etwas abgeben, ist das eine Reaktion auf die Selbsthingabe des Herrn. Darum sollen wir nicht auf eine Aufforderung warten, um fröhlich und großzügig zu geben. Wer mehr hat, als er braucht, kann denen mit einem kleinen Einkommen etwas abgeben, so dass alle genug haben.

Evangelium – Joh 12,24-26

Unter den vielen Pilgern in Jerusalem befanden sich auch einige Griechen, die Jesus sehen wollten. Andreas und Philippus überbrachten Jesus diesen Wunsch, doch dessen Reaktion bestand lediglich in seinem Wort: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt …“. Wahrscheinlich war Jesus in seinen Gedanken schon bei dem, was ihn erwarten sollte und weniger bei dem, was Menschen in dieser Stunde von ihm wollten. Und so begab er sich unvermittelt ins Gespräch mit seinem Vater, lobte und preiste ihn und zeigte ihm seine Bereitschaft, seinem Willen zu folgen: sein Leben zu geben. Denn durch sein Opfer sollte sich erst alles Verheißene erfüllen, wie bei einem Weizenkorn, das stirbt, um daraus neue Frucht bringen zu können. So ein Weizenkorn beinhaltet Leben. Jesus sagt dazu, dass unser Leben, unsere Art zu leben, sterben muss, um Frucht zu bringen. Wir müssen uns selbst auf den Prüfstand stellen und etwas ändern, wenn alles Bisherige lediglich unter dem Aspekt der Weltlichkeit falsch gelaufen ist. Nur wenn wir uns von weltlichen Wertvorstellungen und Idealen abwenden, können wir Früchte bringen. Dazu ist es notwendig, die Schattenseiten des Lebens nicht zu meiden, sich in sie hineinzuwagen und dort, mit allen von Gott verliehenen Gnaden, Licht in die Dunkelheit zu bringen. Je mehr Licht sich ausbreitet, desto geringer wird die Dunkelheit. Sei du stets das Licht für deinen Nächsten!