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9. August 2026 · Sonntag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Kön 19,9a.11-13aEvangelium · Mt 14,22-33

Erste Lesung – 1 Kön 19,9a.11-13a

Elija hatte sich mit Gott an seiner Seite gegenüber den Baalspriestern durchgesetzt, alle Baalspriester wurden daraufhin getötet. Nun fürchtet Elija aber um sein Leben, denn die Königin von Israel Isebel, nach wie vor eine treue Anhängerin des Baals-Kult, trachtet ihm nach dem Leben. Elija flüchtet in die Wüste und wünscht sich dort den Tod. Doch ein Engel des Herrn kommt und schickt ihn zum Berg Horeb. Zum Übernachten zieht er sich dort in eine Höhle zurück, Depression, Furcht und Enttäuschung fallen abermals über ihn her. Nun zeigt sich ihm Gott auf neuartige Weise. Seiner Erscheinung vorausgehend erlebt Elija besondere Naturgewalten: Sturm, Erdbeben und Feuer, aber Gott offenbart sich nicht in diesen, denn er ist kein Gott der Gewalt, er will nicht Tod und Zerstörung, sondern das Leben. Gott kommt in der Stille, vergleichbar mit einem leisen Säuseln des Windes. Er zeigt sein wahres Wesen in seinem Wort, das erst in der Stille hörbar wird. Der Mensch muss sich in die Stille begeben, um Gott zu hören. Gemeint ist damit die äußere Stille, aber auch die innere Ruhe und Gelassenheit. Im Lärm der Welt lässt sich Gott nicht vernehmen. Hingegen findest du ihn in der Stille deines Herzens, in jenen Momenten, in welchen du alle dich aufwühlenden Emotionen beiseiteschiebst und dich zur Gänze Gott anvertraust. Die Stille in dir wird dann zu einer Haltung, die du suchen und weiter bewahren sollst.

Evangelium – Mt 14,22-33

Nach einem Tag zusammen mit seinen Jüngern besteigt Jesus allein einen Berg, um zu beten. Seine Jünger schickt er weg, damit sie in einem Boot an das andere Ufer des Sees fahren konnten. Später, in der vierten Nachtwache, weht ein rauer Wind als Jesus über den See zum Boot seiner Jünger schreitet. Petrus will in seinem Eifer es dem Herrn gleichtun und ihm über das Wasser entgegenschreiten. Doch rasch befällt ihn Furcht und er geht unter. Jesus nimmt ihn sofort bei der Hand und rügt ihn: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ An anderer Stelle der Heiligen Schrift sagt uns Jesus: „Glaube kann Berge versetzen“. Er meint damit jenen bedingungslosen Glauben und die völlige Hingabe an Gott, die nur wenige Menschen leben können. Wir nennen diese Menschen die großen Heiligen. Viel von diesen erhielten die Gnade, schon zu Lebzeiten mit Jesus kommunizieren zu dürfen und vom Herrn Beistand in all ihren Bemühungen, um das Wohl ihrer Nächsten zu erhalten. Wunder waren auf diese Weise möglich, Unglaubliches ist nachweislich geschehen. Da wir selbst zu einem solchen Glaubensleben nicht fähig sind, haben wir auch nicht den Zugang zu dieser besonderen Gnade. Das soll aber nicht heißen, dass der Herr fern von uns ist. Er ist immer bei und mit uns, doch die Wand der Sünde trennt uns von seiner sinnlich erfassbaren Nähe. So können wir nicht Berge versetzen, doch können wir, jeder von uns auf seine Art, dazu beitragen, Gottes Reich auf dieser Welt zu verbreiten und damit das Heil für unsere Seele zu erwirken.