3. August 2026 · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Jer 28,1-17
Gott hat beschlossen, alle Völker dem babylonischen König Nebukadnezzar, seinem Knecht, zu unterwerfen. Und das Volk, welches dem babylonischen König dienstbar ist, wird weiterhin ungestört in seinem Land bleiben dürfen. Als Zeichenhandlung für Gottes Worte ging Jeremia wochenlang mit einem hölzernen Joch auf dem Nacken durch die Straße Jerusalems. Würde König Zidkija den Worten des Propheten Glauben schenken? Einer seiner Sprecher war der falsche Prophet Hananja, der prophezeit, dass nach zwei Jahren alle von Nebukadnezzar mitgenommenen Tempelgeräte und alle nach Babylonien Deportierten wieder nach Jerusalem zurückkehren werden. Als Symbolhandlung dazu zerbrach er das hölzerne Joch des Jeremia. Doch Gott lässt dieses durch ein eisernes ersetzen, womit die Oberherrschaft Babylons weiter gefestigt wird, und lässt den Lügenpropheten noch im selben Jahr zu Tode kommen. Wie viele Menschen glauben auch heute daran, im Geist Gottes zu handeln, lassen sich dabei aber von anderen, unreinen „Geistern“ führen? Doch diese sind nicht allmächtig, sie verführen und können Menschen in den Untergang stürzen. Darum ist es notwendig darauf zu achten, wessen Stimme wir in uns hören. Catarina von Siena sagte dazu: „Ihr könnt in keinerlei Täuschung fallen, sofern ihr euch an das Licht der geistigen Einsicht haltet, das ich euch mitsamt dem Augenstern des heiligsten Glaubens gab, und es euch nicht vom Teufel verdunkeln noch von eurer Selbstsucht verschleiern lässt“ (C.v.Siena, Gespräch von Gottes Vorsehung).
Evangelium – Mt 14,13-21
Müde und erschöpft kehrten die Jünger von ihrer Missionstätigkeit in Galiläa zurück und berichteten dem Meister alles, was sie erlebt hatten. Viele Menschen gesellten sich dazu, sodass Jesus und seine Jünger nicht einmal mehr Platz fanden, in Ruhe zu essen. Da nahmen sie ein Boot, um an einem einsamen Ort doch noch etwas Ruhe zu finden und unter sich zu sein. Doch die Menschen „erfuhren“ davon und liefen voraus, sodass Jesus und seine Jünger bei ihrer Ankunft im Boot bereits eine große Menschenmenge vorfanden. Da hatte Jesus Mitleid, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten hatten und er lehrte sie lange. Sehen, Mitleid haben und lehren, das sind die Verben des Hirten. Das Mitleid steht jedoch nicht für sich allein, es hat eine Schwester, die Liebe. Und das Mitleid kann ohne die Liebe nicht auskommen. Bei Jesus ist seine Liebe zu uns so groß, dass sein Mitleid ihn bis zum Kreuz getragen hat. Bist du ein liebender Mensch? Kennst auch du das Mitleid? Dieses kommt aus deinem Herzen und überzeugt dich davon, etwas für deinen Nächsten zu tun: Leid zu lindern und damit den Heilungsprozess einzuleiten. Auf dieser Welt sähe es ganz anders aus, wenn es anstelle von egozentrischen Verhaltensweisen mehr Mitleid gäbe. Doch oft ist es unser hektisch grauer Alltag mit all seinen Problemen, der uns von diesem Gefühl für andere wegführt. Du kannst diesem Gefühl jedoch wieder näherkommen, wenn du ehrliches Interesse am anderen zeigst, zuhörst, dich in seine Situation versetzt, alle stummen Hilfeschreie hörst und das Notwendige tust.