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31. Juli 2026 · Heiliger Ignatius von Loyola

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Kor 10,31-11,1Evangelium · Lk 14,25-33

Erste Lesung – 1 Kor 10,31-11,1

Paulus trifft Regelungen für das Essen von Götzenopferfleisch außerhalb eines Opfermahls. Wird jemand von einem Heiden zu einem Gastmahl eingeladen, kann natürlich etwas aufgetischt werden, was anderen Gottheiten geweiht war. In diesem Fall gilt: Man braucht nicht nachzuforschen, woher die Lebensmittel stammen, sondern soll sich vorbehaltlos an ihnen erfreuen. Anders bei einem entsprechenden Hinweis auf Opferfleisch. Dann soll dieses nicht gegessen werden, denn die religiöse Überzeugung der Heiden ist zu respektieren. Das heißt, auch wenn Gott der einzige Gott ist und andere Gottheiten keine Macht haben, soll zur Ehre Gottes und zur Freundschaft mit den Heiden, deren Brauch nicht heruntergespielt werden, indem das Opferfleisch für Götzen nicht als für Heiden „Heiliges“ abgestempelt wird. Alles soll daher zur Ehre Gottes geschehen und es soll dabei weder bei jüdischen noch bei nichtjüdischen Mitmenschen noch bei der Gemeinde Anstoß erregt werden. Alles, was Anstoß zu einem Vorwurf gibt, dient nicht der Verherrlichung Gottes. Gegenseitiger Respekt ist eine der tragenden Säulen des friedvollen Zusammenlebens. Mission darf nicht mit der Brechstange und mit Gewalt erfolgen, doch leider ist das im Laufe der Geschichte immer wieder so gehandhabt worden. Mission bedarf der Liebe zum Nächsten und Einfühlungsvermögen sowie Geduld und Demut.

Evangelium – Lk 14,25-33

Jesus stellt in den Gleichnissen des heutigen Schriftwortes radikale Forderungen. Er sagt: „Wenn du mit mir gehen möchtest, musst du alles, aber auch wirklich alles, hintanstellen“. In diesem Sinne dürfen Eltern und auch die eigenen Kinder nicht wichtiger sein als Jesus. Geschwister dürfen Jesus nicht vorgezogen werden und nicht der eigene Ehepartner. Sogar das eigene Leben darf uns nicht wertvoller sein als Jesus. Willst du ein Jünger Jesu sein, dann musst du dich zuerst selbst prüfen, ob du dazu in der Lage bist, wie z. B. ein Turmbauer, der einen Turm errichtet und zuerst seine Finanzlage prüfen muss, oder wie ein Feldherr, der die Kräfte seiner Armee wissen muss, bevor er in den Krieg zieht. Schaffen wir es, unter diesen Voraussetzungen Jesus nachzufolgen? Kann ihm bei diesen Forderungen noch jemand nachfolgen? Wer darf sich noch „Christ“ nennen? Papst Franziskus hat einmal dazu gesagt: „Dein Partner ist nicht der liebe Gott! Erwarte nicht von ihm, was er nicht geben kann! Deine Kinder gehören nicht dir, sie sind zuerst Kinder Gottes. Und du selbst bist ein Geschöpf und ein Geschenk Gottes. Daher gebührt ihm der erste Platz.“ Richten wir uns danach, werden wir „ganzherzige Christen“. Wir können alle untereinander und miteinander verbunden bleiben, doch die stärkste Verbundenheit muss jene zu Gott bleiben. Wenn du dich auf diesen – von Jesus geforderten Weg – einlässt, und nach dem Evangelium lebst, wirst du glaubwürdig, überzeugend und für viele anziehende Wirkung ausstrahlen.