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30. Juli 2026 · Donnerstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jer 18,1-6Evangelium · Mt 13,47-52

Erste Lesung – Jer 18,1-6

Jeremia bekommt von Gott den Auftrag, zum Haus des Töpfers zu gehen. Dort wird er eine Botschaft erhalten. Das Töpfern war in vielen Kulturen des Alten Orients stets ein Bild für das Handeln des Schöpfers: die Menschen wurden, wie in Gen 2,7 berichtet, aus Staub von Erdboden geformt. Wie nun der Töpfer frei und souverän mit dem Tonklumpen umgeht, frei entscheidet, wann ein Gefäß missraten ist, es zerstört und daraus wieder etwas Neues macht, kann auch Gott sein missratenes Volk wie ein misslungenes Tongefäß behandeln, zerstören und daraus ein neues Volk formen. Wir alle sind in Gottes Hand wie der Ton in der Hand des Töpfers. Erfüllen sich nicht Gottes Erwartungen in uns, steht es ihm frei, nach seinem Belieben mit seiner Schöpfung zu verfahren. Doch Gott ist ein langmütiger Töpfer. Er verwirft nicht rasch Missratenes. Er kündigt rechtzeitig Unheil an, damit wir Zeit gewinnen, uns zu ändern, wieder umzukehren zu ihm. Und wenn wir wieder umkehren, uns wieder der fürsorglichen Hand Gottes anvertrauen, kann selbst an einem anfänglich unansehnlichen Tonklumpen ein wundervolles Werk entstehen.

Evangelium – Mt 13,47-52

Das Evangelium des Tages besteht aus den letzten Versen des Kapitels, das Matthäus den Gleichnissen vom Himmelreich widmet. Der Abschnitt umfasst drei Gleichnisse, die nur skizziert werden und sehr kurz sind: Das Gleichnis vom verborgenen Schatz, jenes von der kostbaren Perle und das von dem ins Meer ausgeworfenen Netz. Dieses Netz ist im Evangelium zunächst Bild für das Reich Gottes, das ins Meer der Zeit, in das Meer der Geschichte, eingetaucht wird, um Menschen aus der Dimension des Dunklen, des Schweigens und der Vergänglichkeit in eine neue Dimension zu heben: In das Reich der Liebe, Gerechtigkeit und des Friedens. Dieses Netz steht aber auch für alle menschlichen Bemühungen, ihresgleichen in die Dimension des Lichtes zu verhelfen. Da ist jeder von uns gefragt und gefordert. Die Maschen dieses Netzes, sowie das Material, welches dieses Netz bildet, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese göttlichen Tugenden können Menschen aus der Gefangenschaft des Dunklen, der Einsamkeit, Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit befreien. Hast du dir diese Tugenden schon angeeignet? Sie sind ein Geschenk des Himmels, du brauchst sie nur mit offenen Händen in Empfang nehmen und etwas davon weitergeben. Du wirst dabei bemerken, wie sich diese Tugenden trotz Weitergabe nicht verringern, sondern auf wundersame Weise vermehren.