27. Juli 2026 · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Jer 13,1-11
Jeremia wird von Gott zu einer Zeichenhandlung aufgefordert: Er soll sich einen Hüftschurz kaufen (ein Kleidungsstück, das unter dem Gewand auf der bloßen Haut getragen wird), ihn anlegen und später vergraben. Noch etwas später soll er diesen Schurz wieder ausgraben und er wird sehen, dass er unbrauchbar geworden ist. Dieses Spiel mit dem Hüftschurz, das der Prophet in Gottes Auftrag ausführt, bringt zum Ausdruck, was mit den Menschen, was mit dem Volk geschieht, wenn es Gott verlässt: „Denn wie sich der Schurz den Hüften des Mannes anschmiegt, so wollte ich, dass sich das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda mir anschmiegen – Spruch des Herrn –, damit sie mir Volk zu Ruhm, zum Preis und zum Schmuck seien“ (V.11). Doch das Volk hat sich von Gott abgewendet, hin zu eigenen Wegen, hin zu Götzen. Auch in unserer Zeit passiert immer wieder diese Abwendung von Gott. Der Mensch wird Gott müde, er sieht in ihm nicht mehr seinen Begleiter, seinen Ratgeber, seinen Vater und Spender des ewigen Lebens. Wahrhaft glücklich kann der Mensch aber nur bei Gott sein, in der Fremde wird er nur Unglück und Unheil finden. „Bin ich für Gott oder gegen ihn“, wird eines Tages für jeden von uns zu einer Frage des Lebens werden. Sind wir uns dessen bewusst?
Evangelium – Mt 13,31-35
Was war seit der Schöpfung der Welt verborgen? Jesus zeigt uns in einer Serie von insgesamt sieben Gleichnissen eine neue Form des himmlischen Königreiches, denn die Verwerfung Jesu brachte gegenüber den Verheißungen des Alten Testamentes einen Wandel: Das von Gott prophezeite, nahe Königreich wird aufgeschoben. Jesaja schrieb dazu, dass der Baum der Dynastie abgehauen und nur ein kleiner Stumpf übrigbleiben würde, und: „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn ruht auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“ (Jesaja 11,1-2). Darin erkennen wir: Das Reich Gottes findet einen neuen, verborgenen Anfang. Sein König wird abwesend und im Himmel sein. So lehrt der Herr in diesen sieben Gleichnissen, wie sich die Dinge auf der Erde, nach seiner vollständigen Verwerfung und Himmelfahrt, entwickeln werden. In diesen Gleichnissen gibt uns der Herr darüber hinaus Hinweise, wie wir uns im Hinblick auf unsere Aufnahme ins himmlische Königreich zu verhalten haben. Wie ist dein Verhalten gegenüber dem Herrn? Abweisend? Desinteressiert? Ist er lediglich dein Seelsorger in Notlagen oder dein ständiger Begleiter, dein Freund, dein Bruder oder sogar dein Retter und Erlöser? Nimm Jesus in dich auf wie ein Stück tägliches Brot, mach ihn zu deinem spirituellen Lebensinhalt. Mit Jesus in dir blickst du mit seinen Augen auf diese Welt und deine Hände werden in Folge seine Hände, die helfend eingreifen. Tust du dies, bist du auf dem besten Weg zum Heil.