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26. Juli 2026 · Sonntag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Kön 3,5.7-12Evangelium · Mt 13,44-52

Erste Lesung – 1 Kön 3,5.7-12

Als Sohn des Königs David und der Batseba besteigt Salomo nach dem Tod seines Vaters den Königsthron und festigt zunehmend seine Herrschaft. Eine Wallfahrt zur Kulthöhe von Gibeon ist eine seiner ersten Regierungshandlungen, da das zentrale Heiligtum in Jerusalem noch nicht existierte. Salomo weiß, dass er sein Königtum aus der Hand Gottes erhalten hat, fühlt sich aber im Vergleich zu seinem Vater, dem „großen“ David, noch unsicher und dieser Aufgabe noch nicht zur Genüge gewachsen. Aus diesem Grund bittet er Gott um ein weises und verständiges Herz. Für ihn sind Reichtum, eine lange Herrschaftsdauer sowie der Niedergang seiner Widersacher weniger bedeutend als Einsicht, um auf das Recht zu hören und so der Armut, Not und Unterdrückung in seinem Reich, keinen Platz zu schaffen. Gott gewährt ihm im Traum diese Bitte und gibt ihm sogar ein paar „Kleinigkeiten“ dazu: Reichtum, Ehre und ein langes Leben. Doch nur unter der Voraussetzung, dass Salomo weiterhin auf Gottes Wegen bleibt. Die Vorstellung einer Regierung, die sich an Recht und Gerechtigkeit orientiert und das friedvolle Miteinander sucht, ist weiterhin aktuell. Auf dem Hintergrund heutiger totalitärer Systeme und dem Wissen um Korruption und Missachtung der Menschenwürde bekommt dieser alte Text eine neue Bedeutung. Einen weiteren Sinngehalt bekommt er auf der persönlichen Ebene mit der Frage: Worum bitte ich Gott, wenn ich mein Leben anschaue, welche Prioritäten setze ich?

Evangelium – Mt 13,44-52

Jesus versucht, seinen Jüngern das Himmelreich zu erklären. Im Alten Testament ist das Reich Gottes oft bezogen auf Israel, dessen König Gott ist. Der Beginn der Königsherrschaft Gottes war somit identisch mit der Stunde des Heils für Israel. Mit Jesus wird dieses Heil für die Menschheit greifbar und mit ihm ist das Reich Gottes – das Himmelreich – bereits unter den Menschen. Denn wo sonst, als im „Himmelreich“ werden Kranke von unheilbaren Krankheiten erlöst oder Tote wieder ins Leben zurückgeführt? Viele Menschen haben durch ihren Glauben Einblick in das Geheimnis des Reiches Gottes gewonnen, denn sie waren auf einer ehrlichen Suche nach ihm, haben alle Zeichen verstanden und das besonders Wertvolle an diesem Reich für das eigene Seelenheil erkannt. Bist du auf der Suche nach dem Himmelreich? So wie du einen Schatz im Acker suchen musst, musst du dich auch darum bemühen, das Himmelreich zu erlangen. Es befindet sich unterhalb von jeder Oberflächlichkeit und reicht hinab bis in die tiefsten Gründe deiner Seele. An der Oberfläche findest du nur Weltliches, wogegen dein Seelengrund ein Acker des Göttlichen ist. Wohin zieht es deinen Geist? Zur Welt oder zum Ursprung deines Seins. Entscheide dich, denn wie lange du Zeit hast, um die richtige Entscheidung zu treffen, weißt du nicht. Vergiss jedoch nicht, dass alles, was du dir auf dieser Welt an Materiellem angehäuft hast, auf dieser Welt bleiben muss. Deine inneren Schätze kann dir diese Welt hingegen nicht entreißen, dafür kannst du sie aber jetzt schon in diesem Dasein für dein Seelenheil einsetzen.