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25. Juli 2026 · Heiliger Jakobus, Apostel

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Kor 4,7-15Evangelium · Mt 20,20-28

Erste Lesung – 2 Kor 4,7-15

Paulus schildert uns heute die realen Umstände seines apostolischen Auftrags. Dieser birgt einen hohen Anspruch in sich, den Paulus in seinem Schreiben als wertvoll wie einen Schatz bezeichnet, der in einem tönernen, zerbrechlichen Gefäß aufbewahrt wird. Wenn nun dieses empfindliche Gefäß, der Körper und die geistlichen Möglichkeiten des Paulus, bei allem äußeren Druck nicht brechen, kann dies nur der Kraft Gottes geschuldet sein. Die vollständige Angewiesenheit auf Gott in Erfüllung seines Auftrages wird hier deutlich. Befindet sich Paulus in Situationen der Schwäche – Bedrängnis, Unwissenheit, Verfolgung – erfährt er Gottes Kraft. Gott lässt es nicht zu einem Zusammenbruch kommen, das spürt Paulus in seinem Innersten. Jeder von uns hat die Möglichkeit, die Kraft Gottes in sich aufzunehmen. Um in Besitz dieser Kraft zu gelangen, müssen wir ihn, seine Anweisungen und seinen Weg befolgen. Er schenkt uns seine Kraft, wenn wir uns auf ihn verlassen, ihm vertrauen und seinen Sohn Jesus Christus zu unserem ständigen Begleiter erheben. Jesus wird dann immer mit uns sein, sowie der Heilige Geist, der uns mit seinen sieben Gaben stärken wird: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Gottesfurcht und Frömmigkeit. Beten wir regelmäßig um diese Gaben?

Evangelium – Mt 20,20-28

Die Mutter der Söhne des Zebedäus kommt zu Jesus und erbittet von ihm etwas sehr Menschliches: Sie möchte, dass ihre beiden Söhne Ehrenplätze in seinem Reich erhalten. Jesus richtet seine Antwort direkt an die Söhne: „Wer unter euch groß sein will, sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, sei euer Knecht.“ Der Größte ist demnach derjenige, der menschlich gesprochen der niedrigste ist, der letzte, der Diener aller. Es ist dies die Antithese zur Autorität der Welt. Sie beinhaltet nicht den Willen zur Macht, sondern den demütigen Dienst in der Nachfolge dessen, von dem im Brief an Philemon geschrieben steht: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ Der Erste zu sein, wenn es um eigene Anliegen oder Vorteile geht, ist für viele von primärer Bedeutung. Diese übt sich im Kleinen, zum Beispiel im täglichen Wettlauf zur Kassa im Supermarkt, und endet schließlich in dem, was wir täglich auf den Gerichtseiten der Tageszeitungen lesen. Doch wenn es darum geht, in der Nächstenliebe der Erste zu sein, sucht man oft vergebens diesen Kampf um den Spitzenplatz. Eben deshalb hat Jesus gelehrt: „Wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein!“ Erster zu sein bedeutet nach Jesus nicht, in seinen Bemühungen um den eigenen Vorteil zu gewinnen, sondern Erster zu sein im Guten, an jenen Menschen, die vom Leben benachteiligt sind.