24. Juli 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Jer 3,14-17
Jeremia trat etwa einhundert Jahre nach Jesaja öffentlich in Erscheinung und er war nicht der einzige Prophet seiner Zeit. Zu seinen Zeitgenossen zählten Habakuk und Zefanja sowie Ezechiel. Jeremia machte sich mit seinen Botschaften von Gott zunehmend unbeliebt, denn er verkündete, dass auf sein Volk ein schreckliches Schicksal zukommen würde. Doch trotz allem durchzog ein Hoffnungsschimmer seine Botschaft: Nach dem Exil wird Gott seinem Volk in seinem Heimatland wieder Freude und Wohlstand schenken. In der heutigen Schriftstelle proklamiert er Heil nach der assyrischen bzw. babylonischen Verbannung für Israel und Juda durch die Rückkehr aus dem Exil. Dazu kommen noch die Zusagen, dass weise Könige das Volk regieren, Jerusalem zum Herrschersitz Gottes , Israel und Juda wieder vereint und die Bundeslade nicht mehr benötigt werde, weil die Gesetze in den Herzen der Menschen geschrieben sein werden. Sind die Gesetze Gottes auch in unseren Herzen festgeschrieben? Gott hat für uns Gesetze geschaffen, aber nicht zwecks Einhaltung der Gesetze um ihres willens, sondern um uns auf die Notwendigkeit der Liebe, der Nächstenliebe, aufmerksam zu machen und uns Feinfühligkeit im Umgang mit unserem Nächsten zu lehren.
Evangelium – Mt 13,18-23
Wenn Jesus sprach, benutzte er eine einfache Ausdrucksweise und verwendete Bilder, die Beispiele aus dem täglichen Leben zeigten, sodass er leicht von allen Menschen verstanden werden konnte. Die Sprache der Gesetzeslehrer hingegen war dogmatisch und hielt das Verständnis der Menschen auf Distanz. Im Evangelium des heutigen Tages erzählt Jesus von einem Sämann. Dieser Sämann ist er selbst. Er sät den Samen aus, das Wort Gottes, das, insofern es auf guten Boden fällt, Frucht bringen kann. Wie kann es Frucht bringen? Der Boden, auf den der Same des Wortes fällt, ist unser Herz. Ist dieses Herz gut, wie ein gesunder Ackerboden, kann es reichlich Frucht bringen. Ist unser Herz hart, kann der Same nicht eindringen und nicht gedeihen. Neben dem guten Boden und dem harten Boden gibt es noch zwei dazwischen liegende Böden. Einer davon ist felsig, mit wenig Erde darauf. Der Same kann zwar aufgehen, doch keine tiefgreifenden Wurzeln bilden. So ist das oberflächliche Herz, das den Herrn aufnimmt, Zeugnis geben will, aber nicht standhaft ist und daher wegen seiner unbeständigen Liebe kaum Früchte bringen kann. Dann gibt es noch den Boden, dornig und voller Gestrüpp. Diese Dornen sind die Sorgen der Welt, die Laster, die gegen Gott sind und dessen Gegenwart ersticken. Es ist das gierige Leben, das Habenwollen und die Macht. Jesus lädt uns heute ein, in uns zu blicken, für unseren guten Boden zu danken und an unseren Böden zu arbeiten, die noch nicht gut sind. Fragen wir uns, ob unser Herz dafür offen ist, den Samen des Wortes Gottes zu empfangen.