23. Juli 2026 · Heilige Brigitta von Schweden
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Gal 2,19-20
Paulus bekundet, dass er durch das Gesetz für das Gesetz gestorben ist. Er ist durch das Gesetz gestorben, weil es ihn, den Sünder, zum Tod verurteilt. Aus der Perspektive des Gesetzes hat er als Sünder den Tod zu erwarten. Somit ist das Sterben im Gesetz vorgezeichnet. Aber nun ist er für das Gesetz gestorben, denn er ist berufen für Gott zu leben, indem er das Gesetz der Liebe erfüllt. So ist sein altes Ich mit Christus gekreuzigt worden und Jesus gibt ihm Anteil am Heil seines Dienens. Ab jetzt lebt das neue Ich auf, gewinnt einen neuen Standpunkt gegenüber der Tora, der ihm eine neue Auslegung eröffnet, die Tora aber nicht abschafft. Jesus lebt nun in ihm und wird zum Zentrum seines Willens. Aber solange er noch unter den Bedingungen menschlicher Existenz lebt, vollzieht sich dieses neue Leben mit Christus in ihm nicht anders als im Glauben an Christus. Jetzt wäre die Frage angebracht: Wie steht es um unseren Glauben? Glaubst du nicht an Gott, den Schöpfer und an Jesus Christus den Erlöser, könnte dein Heil in Gefahr sein. Glaubst du hingegen an die Worte der Heiligen Schrift und handelst du nach ihnen, wird dich der Herr von all deinen Gebrechen, Leiden und Narben auf deiner Seele, verursacht durch deine oder anderer Schuld, heilen und dich aufnehmen in seine Gemeinschaft mit dem Vater. Wähle daher den Glauben als Grundlage für dein irdisches Leben, weiche nicht ab vom rechten Weg und folge Jesus nach, so gut du kannst.
Evangelium – Joh 15,1-8
Wir alle sind schwache und sündhafte Menschen. Niemand von uns ist ohne Makel und Fehler, es gibt keinen perfekten Menschen. Auf allen unseren Seelen lasten dunkle Schatten. Wie kann dann Jesus sagen: „Ihr seid schon rein kraft des Wortes“? Auch wenn Gott in Jesus Christus zu uns gesprochen hat, bleiben wir wer und was wir sind, und bedürfen der Erlösung durch den Herrn. Das Wort Gottes ist ein immerwährendes Wort und benötigt, um gehört und aufgenommen zu werden, einen Empfänger. Ohne diesen wäre es ein sinnloses Wort, verhallend in der Unendlichkeit, ohne etwas zu bewirken. Die Empfänger für das Wort Gottes sind wir, die Menschen, Gottes Kinder. Einmal empfangen ist es in uns und kann dort, bei entsprechender Pflege, Früchte bringen, die zur Reinheit unserer Seele beitragen. Fällt also das Wort auf guten Boden, wird es keimen, wachsen und am Tag des Gerichts eine gute und reichhaltige Ernte garantieren. Im Wort des Herrn liegt die Kraft, das Böse, das Dunkle in dir, zu vertreiben und bereits angerichteten Schaden auszumerzen. Voraussetzungen dafür sind Umkehr und Buße, sowie Reue und das Beschreiten des Weges der Nachfolge im Glauben. Glaubst du, dann hat dich der Herr bereits erlöst und der Weg zum ewigen Seelenheil wird damit nicht verschlossen bleiben, auch wenn zuvor noch der Ort der Lösungen unserer Seelenverkrustungen durchwandert werden musss.