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22. Juli 2026 · Heilige Maria Magdalena, Apostolin

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Kor 5,14-17Evangelium · Joh 20,1-2.11-18

Erste Lesung – 2 Kor 5,14-17

Paulus bezieht sich noch einmal auf die gegnerischen Vorwürfe, er habe Menschen mit unlauteren Mitteln und Absichten zu gewinnen versucht. Er erinnert daran, dass es ihm um die richtige Beurteilung seiner Tätigkeit durch die Gemeinde geht und er alles aus Liebe tut. Seine Motivation gründet in der Liebe Christi, der für alle gestorben ist. Lt. Paulus ist „Von jetzt an“ (V.16) die Welt nicht mehr die alte, im Tod Christi ist Gottes Gericht über diese Welt ergangen und durch das Gericht ist Erneuerung geschehen, denn Jesu Tod verändert das Leben der Glaubenden. Sie leben jetzt nicht nur für Christus, sondern auch in Christus und sind damit in eine neue Zeit eingetreten. Jeder der glaubt, lebt nicht mehr mit dem „Fleisch“, also dem Materiellen, dem Vergänglichen, sondern im Geist der Liebe Christi und der Liebe Gottes. Aus Jesu Tod für alle Menschen ergibt sich, dass Gott nun die Welt mit sich versöhnt hat und uns sein Wort der Versöhnung anvertraut hat. Mit diesem Wort der Versöhnung beginnt eine neue Schöpfung und jeder kann dazu etwas beitragen. Es gilt, dieses Wort in Wort und Tat zu verkünden, damit das Licht Gottes in den Verkündern sichtbar werden und sich auf dieser vergänglichen, oft kalten und dunklen Welt, ausbreiten kann.

Evangelium – Joh 20,1-2.11-18

Maria von Magdala kam frühmorgens des ersten Tages der Woche zum Grab Jesu. Sie wollte dem ihr so kostbaren Verstorbenen nahe sein. Umso größer war ihr Schrecken, als sie das Grab offen und leer fand. Doch der Herr, der Auferstandene, zeigte sich ihr. Er sprach sie an, nannte sie beim Namen und sagte: „Maria!“ Nur an diesem Wort wusste sie: Es ist der Herr – denn sie erkannte seine Stimme. Das ist der Moment, in welchem der Glaube von der Theorie zum Leben wird. So wird Maria von Magdala zur ersten Zeugin der Auferstehung und zur ersten Botin der freudigen Nachricht: Jesus lebt! Er ist nicht mehr im Grab! Er ist auferstanden! Mit Maria von Magdala begann die Verkündigung der frohen Botschaft. In ihre Fußstapfen sollten in Folge alle Jünger treten, bis hin zum großen Paulus, der Jesus zu dessen Lebzeiten zwar nicht selbst gesehen hatte, dem sich aber der Herr offenbarte und ein großes Werk auferlegte. Die Kette der Botschaftsverkünder ist bis in die heutige Zeit nicht abgerissen. Zwar gab es in ihr sicherlich schwache Glieder und es wurden Abzweigungen eingebaut, doch blieb sie immer stark genug, um den Herrn zu aller Zeit zu vergegenwärtigen. Jeder Mensch ist ein Glied in dieser Kette. Auch du! Reiche die frohe Botschaft weiter, in deiner Art zu leben, im Umgang mit deinem Nächsten und in deiner Beziehung zu Gott durch das tägliche Gebet.