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21. Juli 2026 · Dienstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Mi 7,14-15.18-20Evangelium · Mt 12,46-50

Erste Lesung – Mi 7,14-15.18-20

In einem Gebet wird die Bitte ausgesprochen, Gott möge sich seinem Volk wieder als Hirte seiner Herde annehmen. Die aus der Verbannung Heimgekehrten finden sich in einem zerstörten Jerusalem wieder, hoch oben auf dem kargen Gebirge von Juda und blicken wehmütigen Herzens auf das fruchtbare Land zu ihren Füßen, das ihnen weggenommen und nun im Besitz von anderen ist. Gott möge doch noch einmal unterstützend eingreifen, so wie er es bereits beim Auszug aus Ägypten getan hat, dann werden die Heiden trotz ihrer Macht zu Schaden kommen. Doch auch Zwietracht schwingt mit in diesem Gebet. Gott hat die Rückkehr ermöglicht, das zeigt, dass er die Schuld vergeben hat und dass er sich nach der Katastrophe von 587 v.Ch. noch einmal seines Volkes annehmen wird. Das zeugt von einer Vergebensbereitschaft und Treue, die so nicht mehr zu erwarten war. Gott ist ein treuer Gott mit Macht, Güte, Barmherzigkeit und Liebe. Sein ist die Schöpfung, seine Größe ist unvorstellbar. Man kann sie nur erahnen in der Vergebung der Sünden, im Aufnehmen unserer Schuld und in der Auferweckung vom Tod hinein ins ewige Leben. Dieser Gott verdient es, einen staunenden Lobpreis anzustimmen.

Evangelium – Mt 12,46-50

Die Menschen, so unterschiedlich sie auch sind, wurden erschaffen, um miteinander zu leben. In Auseinandersetzungen sollen wir uns daher in Geduld üben, denn eines Tages werden wir entdecken, dass jeder ein Stück der Wahrheit in sich trägt. Wir sind geschaffen zu einer geschwisterlichen Liebe, denn als Kinder Gottes bilden wir alle eine einzige Familie, allein auf diesem Planeten in der unendlichen Weite des Kosmos. Auch Jesus war Teil dieser Familie. Er lebte als Mensch, er hatte eine irdische Mutter, einen irdischen Nährvater und einen Vater im Himmel, mit welchem er seinen Geist teilte. Und natürlich lebte Jesu Familie auch in Beziehung mit anderen Familien in ihrer Nachbarschaft. Doch für Jesus ist es nicht von Bedeutung, in welcher Familie ein Mensch aufwächst, denn für Gott sind wir alle Brüder und Schwestern, auch wenn wir dabei die Rollen von Vater oder Mutter, Großvater oder Großmutter leben. Wir alle bilden eine Gemeinschaft mit Gott, wir sind seine Familie und als solche tragen wir die Verpflichtung, solidarisch zu leben und unser Miteinander auf die künftige Lebensgemeinschaft mit Gott auszurichten. Leider vergessen wir das allzu gern und allzu oft. Aus einem Miteinander wird oft ein Gegeneinander, aus Liebe Hass und aus Solidarität Selbstbezogenheit. Das Wort Gottes, übermittelt durch Jesus Christus, prallt oft von uns ab und für viele bedeutet Weltlichkeit mehr als die Botschaft des Herrn. Besinnen wir uns wieder unserer christlichen Werte, damit das Zusammenleben auf dieser Welt wieder zu einem Zusammenleben in einer großen Familie wird.