20. Juli 2026 · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Mi 6,1-4.6-8
Der Prophet Micha soll ähnlich wie andere Propheten Israel im Namen Gottes zum Rechtstreit auffordern. Gott will sich der Anklage stellen. Grund dafür war die harte Realität der nachexilischen Zeit. Das Volk meinte, Gott kümmere sich zu wenig um sein Volk und bürde ihm zu hohe Lasten auf. Die Heilsverheißung von Micha 4-5 hatte sich nicht erfüllt. Gott antwortet darauf mit einem Geschichtsrückblick, der ihn immer wieder als Retter seines Volkes erweist. Die Frage, die sich nun für das Volk stellt, lautet: Was will Gott, was fordert er zuallererst? Gottesdienst mit kostbaren Opfergaben oder Gerechtigkeit im Alltag? Die Antwort des Propheten darauf ist eindeutig: Gott möchte Taten der Gerechtigkeit und der Güte sowie das ganze Leben als einen Weg mit Gott zu verstehen und alles zu tun in Bescheidenheit, Behutsamkeit und Demut. Denn die Gerechtigkeit ist die Grundlage der menschlichen Gemeinschaftsordung und der Sinn des Rechts ist die Güte, der Gemeinschaftssinn, die Bereitschaft zu helfen. Die Ehrfurcht vor Gott ist dann das, was alles zusammenhält. Diese Ehrfurcht bedeutet, Gott zu ehren, ihm Dankbarkeit zu erweisen und seine Gebote zu halten. Haben die Menschen heute noch Ehrfurcht vor Gott? D.h., tiefen Respekt vor dem Schöpfer, Liebe zu ihm und zu seinem fleischgewordenen Wort Jesus Christus? Ein Blick in die Welt und auf das Geschehen in der Welt kann da Zweifel aufkommen lassen.
Evangelium – Mt 12,38-42
Bei Jesu Wanderung durch Galiläa wollten die Pharisäer und Schriftgelehrten immer wieder Wunder als Zeichen seines göttlichen Anspruches sehen. Aber diesen Gefallen tat ihnen Jesus nicht, er ließ sich nicht herausfordern, Gott kann man nicht auf die Probe stellen. Nur ein Zeichen wird ihnen gegeben werden, das seiner Auferstehung von den Toten. Es wird dies der nichtwiderlegbare Beweis dafür sein, dass seine Botschaft wahr ist und dass er tatsächlich der ist, der er zu sein behauptet. Dieses Zeichen seiner Auferstehung wird auch jenes sein, von welchem das Alte Testament im Buch Jona spricht. Drei Tage und Nächte befand sich Jona im Bauch eines Walfisches, bevor er wieder das Licht der Welt erblickte. So befand sich auch Jesus drei Tage nach seiner Kreuzigung im Reich der Toten, bevor er wieder auf diese Welt zurückkehrte. Dies war das von ihm versprochene Zeichen für diese Welt. Doch die Welt glaubt nicht. Sie akzeptiert nicht, dass sie eine Schöpfung Gottes ist, sie meint, ohne Gott auskommen zu können und beharrt auf der Entstehung aus ihrer selbst. In ihrer Verblendung sieht sie nicht die vielen Wunder der Schöpfung, erkennt nicht den gestaltenden Geist Gottes und trauert um den Verlust des Lebens in beharrlicher Ablehnung des Geistes der Unsterblichkeit. Als Christen müssen wir die Botschaft und das Zeichen von Jesu Auferstehung wie ein Schwamm in uns aufsaugen, denn sie verleihen uns gegenüber der Welt eine Zukunft in Herrlichkeit, in welcher es den Tod nicht mehr geben wird. Wem glaubst du mehr, der Welt oder der Botschaft Jesu Christi?