19. Juli 2026 · Sonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Weish 12,13.16-19
Jeden Tag hören wir von der Macht. Der Umgang mit ihr bleibt eine ständige Herausforderung und zwingt zur Rechenschaft. Auch Gott hat Macht als einziger Gott und Schöpfer des Universums. Doch seine Macht ist anders, es ist eine besondere Macht. Das Buch der Weisheit klärt uns diesbezüglich auf. Gottes Macht ist keine Macht, die andere verletzt oder erniedrigt. Es ist eine Macht, die das Gefühl für den anderen behält. Er setzt seine Macht nicht dafür ein, sich selbst zu behaupten und durchzusetzen, sondern um sich für uns einzusetzen. Seine Macht zeigt sich im Verschonen, so zeigt Gottes „Strafhandeln“ eher pädagogischen Charakter und zielt darauf, dass sich die Menschen von der Schlechtigkeit abwenden. Er schenkt uns immer wieder Zeit zur Umkehr. Und so sollte die Nachsicht Gottes zum Leitbild für uns Menschen werden. Wir sollten so handeln wie Gott. Wir können das, weil uns nichts Menschliches fremd ist. Und Gott selbst ist nichts Menschliches fremd, weil er in Christus Mensch geworden ist. Falsch eingesetzte Macht kann vieles zerstören. Menschliches birgt oft Unmenschlichkeit in sich. Göttliche Macht hingegen Zuwendung, Schonung, Sorge um den anderen und Liebe. Doch diese fehlt oft in unseren Beziehungen.
Evangelium – Mt 13,24-43
Jesus spricht in mehreren Gleichnissen vom Himmelreich. Aber was wollte er mit diesen Gleichnissen bei seinen Zuhörern bewirken? Er stellte mit seinen Gleichnissen die menschlichen Vorstellungen über Gottes Herrschaft auf den Kopf und lehrte, dass in ihm, dem Demütigen, Sanftmütigen und Barmherzigen, Gottes Wort auf diese Welt kam, in einem von Grund auf gegensätzlichem Erscheinungsbild zu den Machthabern dieser Welt. Jesus hat sich bemüht, den Boden für dieses Wort aufzubereiten, er hat gesät und für eine gute Ernte sogar sein Leben gegeben. Doch auf dieser Welt gedeiht neben dem, was der Herr in unsere Herzen gelegt hat, auch das Unkraut, welches der guten Frucht oft ihre Lebensgrundlage entzieht. Woher kommt dieses Unkraut und warum kann es in unseren Herzen so rasch wachsen? Auf dieser Welt werden wir immer gegen Unkraut kämpfen müssen. Das soll nicht heißen, dass diese Welt von Grund auf schlecht ist, doch kämpft das Schlechte darum, zu überleben. Es möchte die Herrschaft auf dieser Welt übernehmen, was oft gelingt, aber letzten Endes der Herr zu verhindern versteht. Der Kampf gegen das Unkraut betrifft uns alle. Wir müssen uns darum bemühen, es schon in seinem Anfangsstadium in uns zu bekämpfen, noch bevor es Oberhand gewinnt. Das beste Mittel dafür ist das regelmäßige Gebet. Mit ihm zeigen wir unsere Zugehörigkeit zum Herrn und vertreiben die Macht des Bösen.