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17. Juli 2026 · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 38,1-6.21-22.7-8Evangelium · Mt 12,1-8

Erste Lesung – Jes 38,1-6.21-22.7-8

Hiskija gehört zu den wenigen guten Königen auf dem Thron Davids. Als er schwer erkrankt, den Tod vor Augen, kommt Jesaja von sich aus zu ihm und fordert den Todgeweihten auf, alles für seine Dynastie zu regeln. Hiskija kann sich aber mit einem frühen Tod nicht abfinden, er sieht ihn als Strafe Gottes, die er mit seinem Gott wohlgefälligen Leben nicht vereinbaren kann. In seiner Verzweiflung wendet er sich betend an Gott und sein Gebet wird erhört. Es werden ihm noch weitere 15 Lebensjahre geschenkt. So heilt Gott in einem Zug von Krankheit und vor politischem Untergang. Zuvor erbat Hiskija aber noch ein Zeichen für Gottes Zuwendung – und der Schatten auf der Sonnenuhr wanderte zehn Striche zurück. Dieses Zeichen bestätigt: Wie Gott Macht hat über den Kosmos, hat er auch macht über Krankheit und Genesung sowie über Leben und Tod, er kann sogar die Zeit rückgängig machen. Wie können nun all jene gerettet werden, die nicht an Gott glauben? Selbst retten kann sich ja niemand, weil jeder Mensch mit Schuld und Sünde beladen ist. Die Rettung kann nur von demjenigen kommen, der Herr dieser Schöpfung ist. Wer seine Bestimmung nicht kennt und Jesus Christus nicht als den vom Vater eingesetzten Retter anerkennt, dem wird dereinst fragwürdiges und wenig Erfreuliches widerfahren. Es ist schwer zu verstehen, warum es vielen Menschen so schwerfällt, den Weg des Glaubens zur Rettung ihrer Seelen einzuschlagen, sie aber dafür den Irrweg der Weltlichkeit, zur kurzfristigen Befriedigung ihrer materiellen Bedürfnisse, wählen.

Evangelium – Mt 12,1-8

Am Weg durch Galiläa verschärft sich der Konflikt zwischen Jesus und seinen Gegnern. An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder und seine Jünger hatten Hunger, sie rissen Ähren ab und aßen davon. In den Augen der Pharisäer war dies, nach ihren traditionellen Sabbatregeln, bereits Arbeit und verpönt. Jesus weist sie zurecht, er sagt: „Gott fordert nicht Opfer, sondern möchte Erbarmen. Am Sabbat soll man Gutes tun und der Sabbat ist nicht dazu da, den Menschen Nahrung und Hilfe zu verweigern. Die Sabbatvorschriften der Menschen gehen bereits weit über das hinaus, was Gott von uns möchte. Sein Anliegen ist die Barmherzigkeit und nicht die Hartherzigkeit“. Lass dich von der Barmherzigkeit Gottes anstecken, sie kann dein Herz wandeln. Diese Barmherzigkeit lässt dich Liebe erfahren und befähigt dich damit selbst zur Barmherzigkeit. Die Liebe ist die stärkste Kraft im Universum. Sie umfasst alles und alle und ist stärker als der Tod. In Verbindung mit ihr kannst du deine eigene Entfremdung überwinden und zur Herzmitte des Evangeliums vordringen: zur Gotteserkenntnis in barmherziger Liebe. Die Barmherzigkeit drückt sich aus – wie es Jesus am Kreuz bewiesen hat – durch Erbarmen, Vergebung und Hingabe. Und das ist „Das Opfer, das Gott gefällt“ (Ps 51,19). Bei einer solchen Einstellung werden deine Gebete, Entsagungen, Spenden und Opfer zu Trägern der Barmherzigkeit. Denn Gott erwartet von dir nicht äußere rituelle Opfer, sondern Opferbereitschaft von dir selbst, d.h.: Barmherzigkeit.