12. Juli 2026 · Sonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Jes 55,10-11
Gottes Wort zu seinem Volk bleibt fruchtlos. Selbst alle Zeichen, die er wirkte: das Wunder am Schilfmeer, der Aufbruch der Königszeit, die Heimholung aus dem Exil – all das verläuft sich wieder. Gottes Same in der Welt scheint keine Wirkung zu haben. Und doch ist sein Wort noch immer präsent. Hat sein Wort die Kraft, etwas zu verändern? Ist es doch das Wort, durch das er die Welt geschaffen hat und sie erhält. Es ist sein Wort, das uns begleitet, uns durchs Leben führen kann und das ewige Heil öffnet. Sein Wort ist von oben herabgekommen, bei uns gewesen in Jesus Christus und soll, einmal gehört und aufgenommen ins Herz, nicht mehr leer zum Schöpfer zurückkehren. Dieses Wort kann Herzen öffnen, Sachen verändern und Menschen dazu befähigen, Frucht zu bringen. So wird jedes Leben fruchtbar und diese Fruchtbarkeit wird Frieden bringen auf dieser von Hass so erfüllten Welt. In Gottes fleischgewordenem Wort lässt sich die Wurzel allen Seins erkennen. Im Wort Jesu Christi ist uns Gott nahe, ja und wenn wir es wollen und zulassen, dann ist er sogar in uns – Gott in uns! Das ist der Wunsch unseres Schöpfers. Dann wird es Gnaden regnen auf dieser Welt und wir werden alle aus diesen Ganden leben. Es könnte sein wie das Paradies auf Erden.
Evangelium – Mt 13,1-23
Die Gleichnisse vom Himmelreich bilden bei Matthäus den dritten großen Block mit Worten Jesu. Das Gleichnis vom Sämann stellt dabei die unterschiedlichen Reaktionen auf das Evangelium in einem Bild dar: Ein Teil der Saat fällt auf festen Boden und wird von Vögeln aufgepickt. Ein anderer Teil keimt, geht auf, verdorrt aber schnell in der Sonne, weil der Ackerboden zu dünn über dem Kalkfelsen ist. Ein dritter Teil fällt unter die Dornen, geht auf, wächst, kann aber keine Frucht ansetzen, weil ihn die Dornen ersticken. Der vierte Teil der Saat fällt auf guten Boden und bringt überreich – bis zu hundertfach – Ertrag. So ist es auch mit dem Wort Gottes auf Erden. Oft fällt es auf nicht ertragreichen Grund und hat keine Chance zu gedeihen und Früchte zu bringen. Viele Herzen sind Gottes froher Botschaft gegenüber verschlossen, sie prallt an ihnen ab und verliert sich in den Weiten der Weltlichkeit. Ein hartes Herz ist lediglich offen für die Reize und Annehmlichkeiten der Welt, doch sind diese nur kurzlebig, wie auch eine verhärtete Seele mit den Herrlichkeiten der Ewigkeit nicht vereinbar ist. Die eigene Seele zu formen und weiterzuentwickeln ist Schwerstarbeit. Täglich gibt es da Baustellen mit vielen Hindernissen. Oft bedarf es schwerer Gerätschaft, um verkrustete Herzen von ihrer harten Schale zu befreien. Solche Krusten hindern die Seele daran, aus sich herauszugehen, dorthin, wo ihre von Gott eingepflanzten Gaben dringend benötigt werden. Die Arbeiten an der eigenen Seele kannst du nie als abgeschlossen betrachten, denn einen perfekten Menschen gibt es nicht, Schwachstellen hingegen immer in ausreichender Menge.