10. Juli 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Hos 14,2-10
Die Geschichte des Nordreiches Israel geht ihrem Ende entgegen. Der Prophet Hosea weiß aber, dass Gott seinem Volk helfen will, ihm wieder Zukunft schenken möchte: Gott will für sein Volk Arzt sein, erfrischender Tau, Baum des Lebens und Fruchtspender. Er liebt sein Volk. Wenn es nach ihm geht, müsste niemand durch das Feuer des Gerichts gehen. Gott möchte seinem Volk Segen sein, auch wenn es das nicht verdient hat. Doch das Volk öffnet nicht sein Herz und wendet sich weiter den unnützen Baalen zu. Sein Herz für Gott zu öffnen, bedeutet bedingungslose Umkehr und Treue zu Gott. Damit erreicht man Vergebung und kann ein völlig neues Leben beginnen, das uns allein Gott schenken kann. Gott kann unsere Seelen heilen, Untreue vergessen machen und eine wundervolle Zukunft entfalten, die der Prophet in bunten Bildern von paradiesischer Fülle zeichnet. Warum sich viele Menschen dieser wunderbaren Zukunft gegenüber bewusst verschließen, ist nicht zu verstehen. Aus diesem Grund schreibt Hosea als letzte Zeilen in der heutigen Perikope: „Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es“.
Evangelium – Mt 10,16-23
Es gibt Zeiten und Situationen, in welchen den Menschen nichts heilig ist. Es sind dies Perioden und Episoden der Abkehr von Gott, mit einer Zuwendung an das Weltliche, als Lockruf des Antichristen. Zeitweise gelingt es dem Antichristen immer wieder die Oberhand zu gewinnen, und das nicht nur bezogen auf das Verhalten der gesamten Menschheit, sondern auch in Bezug auf das Verhalten des Einzelnen im Alltag. Jesus warnte seine Jünger damals schon vor dem sich ausbreitenden Unglauben und den Konsequenzen daraus. Sehen können wir diese aktuell allerorts. Auch der Prolog des Johannesevangeliums spricht diese Abkehr der Menschen vom Licht an, er sagt: Das Licht kommt in die Welt, aber die Welt nimmt dieses Licht nicht an. Das Licht wird von der Finsternis nicht eingelassen. Doch dieses Licht ist ein heiliges Licht, es ist heilig und bringt das Heil. Wenn du dich jedoch am Licht orientierst, es festhältst und glaubst, dann verspricht dir Jesus einen Beistand, den Beistand des Vaters im Heiligen Geist. Der Geist Gottes wird dann auf dir ruhen und es nicht zulassen, dass du in die Dunkelheit abgleitest. Zusätzlich kannst du dich vor den Intrigen und Lockrufen des Antichristen durch stetiges Gebet schützen, durch Orientierung am Wort der Heiligen Schrift und Zuwendung zu deinem Nächsten, der dich benötigt.