8. Juli 2026 · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Hos 10,1-3.7-8.12
Nach außen hin zeigte sich Israel fromm, aber innerlich entfernte sich das Volk immer weiter von Gott. Das Bildnis eines Kalbs in Bet-El war zum einzigen „König“ des Landes geworden, die Altäre und Steinmale wurden alle zu Ehren der kanaanitischen Götter errichtet. Gott kann das nicht durchgehen lassen. Das Volk wird ernten, was es gesät hat. Auch der Verlust des Königtums war die Folge des allgemeinen Abfalls von Gott. Auf die Frage, wozu ein König noch nützlich sein könnte, antwortet Hosea mit Spott: Könige reden und schwören falsch und ihr Recht grünt wie giftiges Kraut auf allen Furchen im Felde. Gott wollte, dass sein Volk wieder zu ihm zurückkehrt und nicht mehr in den alten Furchen pflügt. Dann wird er seinem auserwählten Volk wieder Glück und Segen schenken. Auch wir sind Gottes auserwähltes Volk – wir sind seine Schöpfung, seine Kinder. Er hat uns sogar seinen Sohn geschenkt, damit wir von unseren Sünden befreit und in sein Reich heimkehren können. Sind wir Gott dafür dankbar? Wir sehen leider in vielen Bereichen unserer Gesellschaft eine Abkehr von Gott und eine Hinwendung zu Götzen – wie damals die Zuwendung der Israeliten zu Baal. Israel wurde damals bestraft – wie wird es uns ergehen? Kehren wir wieder um, besinnen wir uns wieder, wessen Kinder wir sind und was Gottes Gerechtigkeit von uns erwartet.
Evangelium – Mt 10,1-7
Jesus sendet seine zwölf Jünger zur Mission aus und schickt sie in jene Orte, in die er selbst gehen wollte. Es wird dies für sie zu einem Kennenlernen dessen, was sie nach der Auferstehung des Herrn mit der Kraft des Heiligen Geistes selbst tun sollen. Der Mittelpunkt ihrer missionarischen Tätigkeit bleibt dabei der Herr, die Weitergabe seines Wortes und die Fortführung seiner Taten. Die Apostel sollten dabei nichts Eigenes verkünden, sondern als „Gesandte“, als Boten Jesu, sprechen und handeln. Diese Episode aus dem Evangelium betrifft auch uns als Getaufte. Wir alle sind berufen, in den verschiedenen Umfeldern des Lebens das Evangelium Christi zu bezeugen, denn der Auftrag Jesu: „Geht, verkündigt, macht alle Völker zu meinen Jüngern!“, galt nicht nur den Aposteln damals, sondern gilt auch uns heute noch. Dieser Auftrag beinhaltet neben der Verkündigung des Wortes auch das „Dienen“. So bringt die Evangelisierung mit der Verkündigung auch das Dienen mit sich. Fehlt der Aspekt des Dienens, könne es zwar den Anschein haben, dass es sich um Verkündigung handle, doch sie ist es dann nicht mehr. Der Weg des Dienens ist die beste Medizin gegen die Selbstsucht, die Selbstbezogenheit und das Karrieredenken. Wenn du aus freiem Herzen heraus dienst, dann bezeugst du Liebe zum Herrn und deinen Nächsten. Das ist Brüderlichkeit und die Regel Jesu sowie des gesamten Evangeliums: „Dient einander und hütet euch davor, zu herrschen! Die Herrscher unterdrücken ihre Völker, aber bei euch soll es nicht so sein. Der Größte muss dem Kleinsten dienen!“