30. Juni 2026 · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Am 3,1-8;4,11-12
Gott bekennt sich zu seinem Volk und pflegt einen vertrauensvollen Umgang mit ihm über Propheten. Einer davon ist Amos. Gott sendet ihn in das Nordreich Israel und Amos begründet seinen Auftrag gegenüber dem Volk damit, dass er nicht schweigen könne, wenn Gott redet. Doch das Volk betrachtet ihn als Störenfried. So bringt Amos Beispiele aus dem täglichen Leben, um den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung – zwischen dem vergangenen, unrechtmäßigen Handeln des Volkes und der darauffolgenden Reaktion des Herrn – aufzuzeigen. Aber das Volk bleibt stur und weicht trotz der vielen Strafen Gottes nicht vom falschen Weg ab. Nun droht Gott mit einer letzten Begegnung mit ihm. Ihm zu begegnen kann aber u. U. das Ende bedeuten. Gott entgegentreten – ihm persönlich begegnen – kann zwar das leibliche Ende bedeuten, ist aber gleichzeitig der Beginn eines großartigen Festes zur Feier der Heimkehr. Dieses Fest wird so schnell kein Ende finden, denn die Freude bei diesem Fest wird, nach den überstandenen Prüfungen auf der materiell ausgerichteten Welt, übergroß sein. Diese Freude wird alles Leid übertrumpfen, vergessen lassen und uns neu als Wesen des Lichts im Lichte Gottes erschaffen. Wir werden uns in diesem Licht geborgen fühlen und es nie mehr verlassen wollen. Wir werden dort sein, wo wir von Anfang an hingehörten, diesen Platz aber durch Versagen verloren haben.
Evangelium – Mt 8,23-27
Jesus hatte einen anstrengenden Tag hinter sich und fuhr gemeinsam mit seinen Jüngern in einem Boot an das andere Ufer des Sees Gennesaret nach Kafarnaum. Während sich ein schwerer Sturm erhob, der die Jünger in Angst und Schrecken versetzte, schlief Jesus im Boot. In Panik weckten sie den Herrn und riefen: „Herr, rette uns, wir gehen zugrunde!“ Er aber sagt zu ihnen: „Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen?“ und er befahl dem Sturm zu schweigen. Da legte sich der tosende Sturm und der See beruhigte sich. Jesus stieg in „das“ Boot! Er stieg nicht in irgendein Boot, nein, er stieg in das Boot, das Boot deines Lebens. Wann ist er denn eingestiegen? Bei deiner Taufe! Seit deiner Taufe ist der Herr bei dir. Aber oft meinst du, dass der Herr dich verlassen hat. Der Schein trügt. Letztendlich ist er es, der alles im Griff hat. Selbst die stärksten Wogen in deinem Leben glättet er wieder, den stärksten Sturm in deinem Leben gebietet er Einhalt. Wenn dir also etwas Angst und Schrecken einjagt – einer ist da der hilft: Der Herr!