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29. Juni 2026 · Heiliger Petrus und Heiliger Paulus, Apostel

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Apg 12,1-11Evangelium · Mt 16,13-19

Erste Lesung – Apg 12,1-11

König Herodes Agrippa I., ein Enkel Herodes des Großen, wurde von den Römern als Vasallenkönig eingesetzt. Er war auf die Freundschaft der Pharisäer bedacht und ging deshalb gegen die führenden Männer der Christengemeinde vor. Der Apostel Jakobus wurde von ihm als erster Apostel hingerichtet. Aber auch Petrus sollte der Prozess gemacht werden. Er wurde inhaftiert, strengstens bewacht, aber trotzdem auf wundersame Weise von einem Engel des Herrn befreit. Es geschah dies „…in den Tagen der Ungesäuerten Brote“ (V.12,3b) und weist auf das Pessachfest als das Fest der Befreiung aus Ägypten hin. Wesentliches für die Befreiung des Petrus trug auch die christliche Gemeinde bei. Wir lesen: „Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott“ (V.12,5b). Dies zeigt, wie wichtig das fürbittende Gebet der Gemeinde für ihre Mitglieder ist, denn in der Regel hat die Gemeinde keine anderen Waffen als das Gebet. Die Befreiung des Petrus war dann allein Gottes Werk. Wer also auf Gott sein Vertrauen setzt, für den gibt es eine Perspektive, die über das Leben hinausreicht. Und wie Petrus erkannt hat, dass die Macht Gottes ihm im Engel geholfen, die Ketten gelöst und ihn befreit hat, sollen auch wir zuversichtlich sein, dass Gott uns von all unseren Drangsalen befreit, wenn wir ihm vertrauen und uns ihm, mit unserem ganzen Leben, hingeben. Selbst die schlimmste Drangsal, der Tod, wird uns dann nichts mehr anhaben können, weil wir uns in Gottes Hand aufgehoben wissen und einer wundervollen Zukunft entgegenschreiten werden.

Evangelium – Mt 16,13-19

Das heutige Tagesevangelium ist eines der großen Evangelien des Kirchenjahres. Wir hören darin den Ursprung des Glaubensbekenntnisses der Kirche und wir hören von der Schlüsselübergabe an Petrus. Es sind die Schlüssel des Himmelreiches, welche das Himmelstor für uns öffnen. Wer diese Schlüssel hat, kann Zutritt zum immerwährenden Reich des Vaters gewähren. Diese Gewalt über die Schlüssel bedeutet: Vollmacht zu lehren, aufzuschließen und einzulassen. Wer diese Schlüssel besitzt, kann bereits auf Erden Seelen für die Ewigkeit vorbereiten und sie an die Ewigkeit überantworten. Aus diesem Grund gehören die Schlüssel des Himmelreiches zum heutigen Papstwappen. Aber der Schlüssel zum Himmelreich beinhaltet noch eine weitere Bedeutung: Die der Vergebung, denn ohne diese bleibt der Zutritt zum Reich Gottes verwehrt. Vergebung erlangen wir nur durch Jesus Christus, er ist der Vergebende. Haben wir damit verstanden, wer dieser Jesus für uns ist? Petrus zeigt jedenfalls mit seiner Antwort, dass er Jesus verstanden hat, nämlich: Jesu Bedeutung liegt im Unendlichen. In ihm redet der Himmel zur Erde, in ihm begegnen sich die Welten und er steht im Schnittpunkt dieses Geschehens. Er ist der Mittler zwischen uns Menschen und dem Gott der Offenbarung. Nur durch den Mittler führt der Weg vom Menschen zu Gott und von Gott zu uns Menschen. Jeder, der glaubt, Jesus zu verstehen, muss sich daher aus seinem innersten Wesen heraus zu dessen Wort und Tun bekennen und sein Leben dementsprechend ändern.