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27. Juni 2026 · Samstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Klgl 2,2.10-14.18-19Evangelium · Mt 8,5-17

Erste Lesung – Klgl 2,2.10-14.18-19

Im Jahr 578 wurden der Salomonische Tempel und die Stadt Jerusalem zerstört, ein Großteil der Bevölkerung verschleppt und eine große Hungersnot brach aus. Eine ganze Welt ist untergegangen. Im zweiten Klagelied wird Jerusalem daher aufgefordert, sein Leid dem Herrn zu klagen, wobei der Herr es war, der dieses Leid über Jerusalem ausgoss. Er zeigte in seinem Zorn über das Fehlverhalten seines Volkes die strafende Seite seiner Gerechtigkeit. Die harte Strafe war gewollt, die Babylonier lediglich die ausführenden Organe. Das Volk wollte nicht auf Gott und seine Propheten hören. Es öffnete seine Ohren für Lügenpropheten, was zum Untergang führte. Der entstandene Schaden war unermesslich. Was kann das Volk in dieser Situation noch tun? Es kann Gott sein Leid schildern, darüber klagen und das Erbarmen Gottes herabrufen. Wird sich Gott erweichen lassen? Ohne wahrhafte Umkehr wird sich Gott jedenfalls kaum wieder seinem Volk zuwenden. Gott ist gütig und barmherzig, doch benötigt es ein reumütiges Herz, den festen Willen und Stärke im Ertragen der Mühen auf dem Weg zurück zum Herrn. Je weiter du dich von Gott entfernt hast, desto länger und schwieriger wird der Weg zurück zu ihm sich gestalten. Daher versuche stets, die Nähe des Herrn zu suchen, nicht auf Abwege zu geraten, denn die führen, wie schon der Name sagt, abwärts.

Evangelium – Mt 8,5-17

Nach seiner Predigt am Berg begab sich Jesus nach Kafarnaum. Dort lebte ein römischer Hauptmann, der einen Diener hatte, den er sehr schätzte. Nun war dieser Diener schwer krank und lag im Sterben. Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er nach ihm, damit er seinen kranken Diener heile. Der Hauptmann, der sogar half, die Synagoge von Kafarnaum aufzubauen, erkannte die Macht Jesu und anerkannte seine eigene Unwürdigkeit Jesus gegenüber und fand es daher nicht richtig, dass Jesus sein Haus, das Haus eines Heiden, betreten sollte. Ein Wort von Jesus würde seiner Ansicht nach genügen, dem kranken Diener wieder die Gesundheit zu schenken. Jesus war erstaunt über den Glauben dieses Römers und schenkte dem Diener das, worum sein Herr ihn gebeten hatte. Wer von uns ist es schon wert, dass Jesus bei ihm einkehrt? Gemessen an unseren Verfehlungen im Leben müsste zwischen uns und Jesus ein meilenweiter Abstand liegen. Doch gerade wegen unserer Verfehlungen ist Jesus zu uns auf diese Welt herabgestiegen, um alles Schuldhafte für nichtig zu erklären und uns von den Fesseln der Sünde und des ewigen Todes zu befreien. Empfängst du Jesus mit Freuden und gehst du mit ihm deinen Weg, wird er dein Innerstes wandeln und deine Seele für den Empfang des ewigen Heils bereiten.