26. Juni 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 2 Kön 25,1b-12
Zidkija, König von Jerusalem nach Nebukadnezzars Gnaden, ist ein schwacher Regent und als solcher ein Spielball in den Händen der Parteien. Überredet zu einem Aufstand gegen die mächtigen Babylonier, kommt es, wie es kommen musste: Jerusalem wird abermals über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren belagert. Eine schreckliche Hungersnot ist die Folge und den Babyloniern gelingt der Einbruch in die Stadt. Zidkija entkommt durch ein Stadttor wird aber doch noch gestellt und grausam bestraft: Vor seinen Augen werden seine Kinder umgebracht, er wird geblendet und Jerusalem mit dem Salomonischen Tempel zerstört. Ein Großteil der Bevölkerung wird deportiert, das jüdische Staatswesen gibt es nicht mehr, das jüdische Volk existiert nur mehr als religiöse Gemeinde. Israel wurde von Gott bestraft, weil es dem Bund mit Gott untreu geworden war. Wenn es sich allerdings bekehrte, wurde dem Volk wieder von Gott geholfen. Abwendung von Gott zieht meist Unglück nach sich, denn Abwendung von Gott bedeutet meist Zuwendung zu etwas oder jemanden anderen. Diese können Götzen oder sogar der Antichrist sein. Götzen sind „Wesen“ oder Dinge, von Menschen geschaffen, ohne wirkliche Macht zum Guten, ohne Aussicht auf das ewige Heil. Sie sind kurzlebig, glänzen zwar oft wie Gold, sind in ihrem Inneren aber rostig und brüchig und zerfallen leicht zu Staub. Wenden wir uns nicht diesem Vergänglichen oder dem Bösen zu, erheben wir Gott zu unserem Herrn, dann wird das Heil nicht ausbleiben.
Evangelium – Mt 8,1-4
Nach seiner großartigen Predigt am Berg steigt Jesus ab ins Tal Richtung Kafarnaum. Viele Menschen folgen ihm, als ein Aussätziger sich vor Jesus hinwirft und um Heilung bittet, mit den Worten: „Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen“. Der Aussätzige fordert Jesus regelrecht heraus, denn er weiß, dass Jesus ihn heilen kann. Er hat den Glauben, der ihm zum Mut verhilft, Jesus ein Wunder abzuverlangen. Dieser Mut wird letzten Endes belohnt, denn Jesus kam als das fleischgewordene Wort Gottes vom Himmel, um uns das Heil zu bringen und uns anzuleiten, nach seinen Geboten der Liebe zu leben. Viele Menschen haben durch seine Worte und Werke zum Glauben gefunden und sind ihm bereits zu seinen irdischen Lebzeiten gefolgt und viele haben es seit damals ebenso gemacht. In den menschlichen Niederungen trifft Jesus auf das Leid und heilt. Es wäre auch unsere Aufgabe, all jenen zu helfen, die seelisch und körperlich Hilfe benötigen, allein nur schwer zurechtkommen und vielleicht am Abstellgleis der Gesellschaft ihr Dasein fristen. Viele Menschen befinden sich in solche traurigen Situationen, vielleicht gerätst auch du früher oder später in eine solche hinein.