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21. Juni 2026 · Sonntag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jer 20,10-13Evangelium · Mt 10,26-33

Erste Lesung – Jer 20,10-13

In den „Konfessionen“ des Propheten Jeremia, also in seinen Bekenntnissen, werden die Bedrängnisse und Verfolgungen, die er zu erleiden hatte, samt ihren seelischen Folgen literarisch verarbeitet. Die heutige fünfte Konfession ist seine letzte. Sie ist der Form nach eine Klage, beginnend mit der Anrufung und Anklage Gottes, worauf die Schilderung der Not, eine Vertrauensäußerung und Bitte folgt. Jeremias klagt, dass er zwar Gottes Verkündigungsauftrag angenommen hat, von den Menschen aber verspottet und verhöhnt wird. Niemand will ihn ernst nehmen und sogar seine nächsten Bekannten richten sich gegen ihn, wollen Rache nehmen, ja ihn vielleicht sogar beseitigen. Doch zuversichtlich hofft Jeremias auf den Herrn, er vertraut ihm, denn er weiß, Gott ist immer auf der Seite der Gerechten und wird an jenen Vergeltung üben, die Übles planen und durchführen. Vertrauen in Gott macht vieles Schwere im Leben wieder leichter, weil wir uns dann nicht mehr so darüber aufregen müssen, was uns nicht gelungen oder zugestoßen ist. Wenn wir Gott vertrauen, erhalten wir zwar mehr Verantwortung im Leben, aber das Leben wird leichter, weil wir wissen, Gott steht hinter uns. Und mit Gottvertrauen wird das Leben weiter und größer, weil wir es gelassener und entschiedener leben können.

Evangelium – Mt 10,26-33

Die Aussendungsrede Jesu für seine zwölf Jünger beinhaltet als Thema die Leidensbereitschaft seiner Nachfolger. Jesus gibt ihnen dazu den Rat, sich nicht vor Menschen zu fürchten. Es gibt zwar viele Opfer von Gewalt, doch soll man deswegen nicht zulassen, ins Bodenlose, in Panik oder Angst zu verfallen. Wer zu Gott hält und seinem Willen entspricht, braucht sich vor den dunklen Mächten der Welt nicht zu fürchten, denn Gott ist mit ihm. Menschen können töten, aber sie haben keine Macht über den zweiten Tod, diese steht ausnahmslos dem Vater im Himmel zu. Eigenartigerweise genießen es viele, Macht über andere auszuüben. Halten wir uns hier an Jesus Rat: „Fürchtet euch nicht!“ Treten wir solchen Menschen so gegenüber, wie es Jesus getan hat: demütig und ohne Furcht. Jesus hat sich nicht auf lange Wortgefechte eingelassen und sich nicht mit vielen Worten verteidigt. Was zu sagen war, hat er in Kürze gesagt. Die weiteren Worte und Taten der Machthaber hat er demütig zur Kenntnis genommen, ohne Streit. Folgen wir Jesus Beispiel, um Eskalationen zu vermeiden. Geschieht uns dabei Unrecht oder läuft, trotz unseres Einwands, etwas in Gefahr schief zu laufen, dann wenden wir uns an unseren Vater im Himmel. Vertrauen wir ihm alles an und vertrauen wir ihm, dass alles im Buch des Lebens niedergeschrieben wird: Unsere Reaktion, das Unrecht, das uns zugefügt wurde, sowie eine Sache, die im Sinn des Bösen gelaufen ist. Jeder wird einmal seine Rechnung für sein Handeln präsentiert bekommen.