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20. Juni 2026 · Samstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Chr 24,17-25Evangelium · Mt 6,24-34

Erste Lesung – 2 Chr 24,17-25

König Joasch war, solange der Hohepriester Jojada lebte, ein guter Herrscher. Doch nach dem Tod Jojadas begann abermals der Abfall zum Baalskult mit Hinwendung zu Bildern der Aschera und den Götzen. Secharja, der Sohn des verstorbenen Priesters Jojadas, weist daraufhin öffentlich Joasch zurecht, wird aber nach einer Verschwörung gegen ihn, auf Befehl des Königs gesteinigt. Kurz vor seinem Tod rief er noch aus: „Der Herr möge es sehen und vergelten“ (V.22b). Und der Herr vergalt. Die Aramäer kamen mit einem kleinen Heer und schlugen das große Heer der Israeliten. Joasch wurde daraufhin von seinen eigenen Dienern in seinem Bett erschlagen. Dieser Secharja, der mutig und öffentlich gegen seinen König und gegen das Unrecht aufgetreten ist, zählt zu den vielen der unschuldig Ermordeten, deren lange Reihe mit Abel beginnt und über Jesus bis in die heutige Zeit reicht. Aber Jesus ist nicht mit einem Gebet um Rache auf den Lippen gestorben, sondern mit den Worten: „Vater, vergib ihnen“. Diese Vergebung ist der Schlüssel zum Himmelreich, denn ohne Vergebung bleibt der Zugang zum Reich Gottes verwehrt. Üben wir uns daher in der Vergebung, fast täglich gibt es Situationen, in welchen wir Vergebung leben und in ihr wachsen können.

Evangelium – Mt 6,24-34

Der heutige Abschnitt aus dem Evangelium ist ein Aufruf, sich Gott in allen Lebenslagen anzuvertrauen. Denn er sorgt dafür, dass alle Tiere Nahrung haben, er kümmert sich um die Lilien und das Gras auf dem Feld. Er wacht täglich fürsorglich über unser Leben. Unser Leben verläuft aber oft unter vielen Bedrängnissen, die unsere Ruhe stören und unser Leben oft aus dem Gleichgewicht bringen. Doch unsere Angst, die wir oft haben, ist meist unnütz, da sie den Lauf der Ereignisse nicht zu ändern vermag. Darum sagt Jesus immer wieder in den Evangelien: „Seid ohne Furcht!“ Er mahnt uns eindringlich, uns nicht um morgen zu sorgen. Er ruft uns in Erinnerung, dass über allem unser liebender Vater ist, der seine Kinder nicht vergisst. Vertrauen wir uns daher Gott an! Aber, sich ihm anzuvertrauen löst nicht unsere Probleme auf magische Weise. Aber es ermöglicht uns, unsere Probleme im rechten Geist anzugehen: Mutig! Wir müssen uns daher immer wieder sagen: „Ich bin mutig da ich mich meinem Vater anvertraue, meinem Vater, der sich um alles kümmert und der mich liebt“! Wir entfernen uns immer wieder von diesem Vertrauen in Gott, wenn wir uns auf die zwanghafte Suche nach irdischen Gütern und Reichtümern begeben. Jesus sagt dazu, dass diese verkrampfte Suche ein Grund für das Unglücklich-sein ist. Denn da sind immer die Versuchungen nach noch immer mehr. Während die Entscheidung für die Götzen meist zu konkreten, jedoch flüchtigen Ergebnissen führt, so zeigt die Entscheidung für Gott nicht immer unmittelbar Früchte. Es ist aber eine Entscheidung, die man in der Hoffnung trifft und die Gott ihre volle Verwirklichung überlässt. So wandelt sich unser Hoffen in das Wissen, dass Gott treu ist, ein treuer Vater, ein treuer Freund und ein treuer Verbündeter.