19. Juni 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 2 Kön 11,1-4.9-18.20
Nach dem Tod ihres Sohnes Ahasjas versucht Ahabs Tochter Atalja, um an der Macht zu bleiben, beinahe die gesamte David-Dynastie auszurotten. Bei Joasch, dem einjährigen Sohn Ahasjas gelingt ihr das nicht, er wird gerettet und beim Priester Jojada im Tempelbezirk für die nächsten Jahre untergebracht. Im „siebenten Jahr“ (V.4) verpflichtet Jojada den Befehlshaber der Streitkräfte zu einem Putsch, um dem Königssohn wieder zu seinem Recht zu verhelfen. Atalja wird überrumpelt und getötet, Joasch zum König gesalbt und gekrönt. Dem von Atalja eingeführten Baalsdienst wird abgesagt, das Baalsheiligtum zerstört und das Volk wendet sich wieder dem wahren Gott zu. Die heutige Lesung zeigt, wohin das Streben nach Macht und Reichtum führt. Es wird über Leichen gegangen, selbst innerhalb der eigenen Familie wird zum Zweck der Selbstdarstellung gemordet. Doch nur wenige, die diesen Weg beschritten haben, konnten ihn für lange Zeit beschreiten. Das Recht hat sich meist immer noch durchgesetzt, das Gute hat noch immer das Böse besiegt. Wäre es nicht so, würde es uns als Menschheit angesichts der atomaren Rüstung und Bedrohung schon nicht mehr geben. Doch leider ist mit der Macht des Bösen auch Leid für Unschuldige verbunden. Warum es dieses Leid geben muss, entzieht sich, solange wir auf dieser Welt leben, unserer Kenntnis. Gott wird uns auf diese Frage einmal die Antwort geben.
Evangelium – Mt 6,19-23
Jesus fordert in seiner Predigt am Berg zu einer ungeteilten Hingabe an Gott und sein kommendes Reich auf. Was einer solcher Hingabe meist im Weg steht, ist die Sucht, das Leben durch Besitz und Reichtum zu sichern, sowie der Wahn, dass das wahre Leben sich erst durch Wohlstand erschließe. Wir können im Leben selbst entscheiden, woran unser Herz hängt. Das können Geld und materielle Dinge sein, oder auch Gott und geistliche Gaben. Meist fühlst du dich innig mit denjenigen Sachen oder Menschen verbunden, welchen du dein Herz geschenkt hast. Für dich bedeuten diese Verbindungen Freude und sie schenken dir Sinn im Leben. Doch lerne zu unterscheiden, was tatsächlich Sinn macht. Gehört deine Liebe Weltlichem, Kurzlebigem, Materiellem, dann schaffst du dir lediglich Beziehungen, aus welchen du dereinst keinen Nutzen ziehen wirst. Noch dazu kann es sein, dass du bei Verlust deiner vermeintlichen „Schätze“ auch deine menschlichen Beziehungen und deine Freude am Leben verlierst. Gehört dein Herz jedoch dem höchsten Gut, strebst du unaufhörlich danach, ihm näherzukommen und es zu verbreiten, wirst du nie allein sein und der Sinn des Lebens wird sich dir öffnen wie eine Blüte in der Frühlingssonne. Wärme wird dein Herz umfangen, Liebe wird aus dir strömen und Liebe wird zu dir zurückkommen im Hier und Jetzt, sowie in der Ewigkeit.