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18. Juni 2026 · Donnerstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Sir 48.1-14Evangelium · Mt 6,7-15

Erste Lesung – Sir 48.1-14

Elija hat sich im Gedächtnis Israels eingebrannt, als der gewaltigste Prophet aller Zeiten. Mit Wort und Tat wirkte er erschreckende Zeichen und Wunder, doch für die Menschen damals war er unbequem, störend und erschreckend. Seine Aufgabe bestand nämlich darin, das Volk wieder auf den rechten Weg zurückzubringen. Dies ist ihm aber nicht gelungen. Das Nordreich ging unter, die Bevölkerung wurde zerstreut, lediglich das kleine Juda blieb übrig. Jesus Sirach beschreibt uns diesen großen Propheten in der heutigen Lesung, aber er beschreibt auch seinen Nachfolger Elischa: unerschrocken vor den Herrschern, Zeichen setzend und selbst nach seinem Tod noch Wunder wirkend. Beide, Elija und Elischa, waren große Männer, die sich für den Frieden einsetzten, mit der Wahrheit nicht zurückhielten, letztendlich aber nur wenig bewirken konnten. Wie viele große Männer hat es in der Geschichte bereits gegeben, die sich für den Frieden einsetzten, dann aber gescheitert sind? Allen voran Jesus Christus. Es scheint auf dieser Welt leichter zu sein, Kriegstreiber zu sein, als Friedensapostel. Die Menschheit scheint den Krieg, den Unfrieden und den Hass mehr zu lieben als den Frieden. Ob sich das je ändern wird?

Evangelium – Mt 6,7-15

Im heutigen Evangelium lehrt uns Jesus das Vaterunser. Er spricht von der rechten Weise des Betens, von der rechten Form, dem rechten Inhalt und Handeln sowie der rechten Innerlichkeit; also von dem, was wir Gott und unseren Mitmenschen gegenüber tun sollen. Dieses Vaterunser bildet die Mitte der Bergpredigt und mit der Aufforderung, zu Gott „Vater unser“ zu sagen, schließt Jesus die Jünger und uns alle in sein ureigenstes Verhältnis mit Gott, dem Vater, ein. Sein Vater ist somit unser Vater und so sollten wir uns alle als Geschwister verhalten und dürfen als seine Kinder um alles bitten und alles das nennen, was uns belastet: Unsere Schuld, unsere Schwächen und Unvollkommenheit. Das Herzstück dieses Gebets ist die Bitte: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf der Erde“. Was beinhaltet der Wille Gottes? Dieser Wille ist die Wahrheit. Sie ist notwendig, unantastbar und reicht über jede von Menschen zu erdenkender Wahrheit hinaus. Sie ist selbstredend und du erkennst sie, wenn du dein Herz für sie öffnest. Ob wir sie annehmen oder ablehnen, liegt an uns. Sie ist Gottes Geschenk an uns. Jesus sagt ebenfalls zu diesem Willen des Vaters: Wenn ihr meine Gebote haltet, dann bleibt ihr in meiner Liebe. Hier gibt sich der Wille Gottes zu erkennen: Es ist die Liebe. Wo stehst du in der Kette dieser Liebe? Mitten drinnen oder endet mit dir diese Liebe? Achte darauf, dass die Kette der Liebe nicht an dir abreißt. Nimm die Liebe des Vaters mit der linken Hand entgegen und reiche sie mit der rechten Hand an deinen Nächsten weiter.