17. Juni 2026 · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 2 Kön 2,1.4b.6-14
Elija ist sich seines Endes auf dieser Welt bewusst und möchte allein sterben. Doch Elischa, bereits auf dem Berg Karmel zu Elijas Diener und Nachfolger bestimmt, weicht nicht von seinem Herrn und begleitet ihn auf seinem Weg zum Jordan. Als Erbe erbittet er von Elija zwei Anteile von seinem Geist. Er bittet also um die Begabung, als Nachfolger Elijas, die Schar von Prophetenjüngern, die sich um Elija gebildet hatte, in rechter Weise leiten zu können. Gott gewährt diese Bitte nach der „Himmelfahrt“ des Elija. Diese Himmelfahrt wird sehr spektakulär geschildert: Gott schickt einen Himmelswagen mit feurigen Pferden, begleitet von Feuer und Sturmwind, um Elija heimzuholen. Es ist dies eine Vision der Darstellung von der Größe und Macht Gottes, die sich in den Vorstellungen der damaligen Zeit bewegt. Welche sind unsere Vorstellungen von der Größe und Macht Gottes? Anbetracht unseres Wissensstandes von der Größe des Universums können wir als „kleine“ Menschen die wahre Größe Gottes gar nicht mit unserem Verstand erfassen. Gott müsste unendlich groß, unendlich alt und weise sein. Er müsste von uns angebetet werden, weil wir ihm diese Schöpfung, unser Leben und das ewige Heil verdanken. Doch tun wir dies in ausreichendem Maß?
Evangelium – Mt 6,1-6.16-18
Jesus lehrt uns heute die richtige Art und Weise zu beten: in Abgeschiedenheit, in Ruhe und völliger Hinordnung zum Vater, im festen Glauben an seine Anwesenheit. Fehlt dir dieser Glaube, so wird das Gebet zu einem leeren Gebet, zu einer den Sinn verlorenen Aneinanderreihung von Buchstaben und Wörtern. Wir müssen uns im Gebet stets bewusst sein, dass Gott da ist, dass ich jederzeit mit ihm sprechen kann und er in der Lage ist, mein Problem zu lösen. Doch soll es im Gebet nicht ausschließlich um das „Ich“ gehen, darum, was ich alles an Gutem getan habe und tue, wie ich mich von allen anderen unterscheide. Unser Gebet muss auch von Demut getragen sein, wobei uns unsere Kleinheit vor Gott sowie unsere Schuldhaftigkeit und die Unfähigkeit, uns selbst zu erlösen, bewusst werden muss. Aus diesem Grund sollte unser Gebet mit der harten Realität beginnen: „Herr, ich bin ein Sünder!“ und jede Rechtfertigung unseres falschen Verhaltens im Leben ausgeschlossen bleiben, denn sich zu rechtfertigen bedeutet, stolz zu sein – sich selbst zu erhöhen. Vielleicht glauben wir, dass Gebete nichts bewirken. Und doch verwandelt das Gebet die Wirklichkeit, indem wir Fürbitten aussprechen und zugleich unser Herz für diese Bitte zum Schlagen bringen. Ein warmes Herz ist der beste Ausdruck der sich im Leben manifestierenden Liebe. So gelangt das Gebet zur Vollendung, wenn es im Leben in der Liebe zu unseren Nächsten sichtbar wird.