16. Juni 2026 · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Kön 21,17-29
Der Mord an Nabot soll nicht ungestraft bleiben. Gerade als König Ahab den fremden Besitz ergreift, schickt Gott Elija, um ihm den Zorn Gottes zu übermitteln und Rechenschaft anzukündigen. Seine Strafe soll seiner Schuld entsprechen: er wird als Täter am gleichen Ort das erfahren, was sein Opfer erlitten hat. Ahab reagiert zuerst uneinsichtig und feindselig auf Elija, doch bald übermannt ihn Reue und er beginnt in traditionellen Formen Buße zu tun: er fastet, trägt ein Bußgewand und geht bedrückt umher. Gott nimmt diese Buße an und seine Strafe wird aufgehoben. Die Wurzel des Mordes an Nabot war die Gier, das haben zu wollen, was einem anderen gehört sowie die Missachtung der menschlichen Person und Würde. Der König übte seine Machtbefugnis in unmenschlicher Weise aus, überschritt Grenzen und schreckte nicht vor dem Tod Unschuldiger zurück. Auch heute noch gibt es solche Herrscher auf dieser Welt und auch heute gibt es noch viele, die über Grenzen schreiten, um sich selbst zu bereichern und sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Andere werden dazu an den Rand gedrängt und oft nur mehr als Mittel zum Zweck betrachtet. Menschlichkeit wo bist du?
Evangelium – Mt 5,43-48
Die Forderung, unsere Feinde zu lieben, stellt oft genug ein großes Hindernis auf unserem Weg zu Gott dar. Wie schwer fällt es uns in der Regel, diejenigen zu lieben, die uns Schlimmes angetan haben, uns stets ausnützen oder links liegen lassen. Sollten wir nicht gleiches mit gleichem vergelten? In unseren Bemühungen, diesem Gebot der Feindesliebe zu folgen, müssen wir abermals unseren Blick auf Jesus richten. Er hatte viele Feinde, aber trotzdem ließ er sich nicht zu den Gefühlen der Rache und der Vergeltung hinreißen. Er zeigt uns damit, dass es für uns kein größeres Ziel geben sollte, als Gott im Wachstum der Liebe ähnlich zu werden. Die schwerste Prüfung bei dieser Bemühung ist die Feindesliebe. Um diese Herzenshaltung anzunehmen, müssen wir unsere Kultur des Denkens und Verhaltens grundlegend ändern. Der erste Schritt dazu ist ein höflicher und respektvoller Umgang miteinander, das ist die Ausgangsbasis. Darauf aufbauend kannst du jeden Tag trainieren, in deinem Feind die guten Seiten zu sehen - sicherlich hat er solche - und trainiere, dir immer wieder in Erinnerung rufen, dass dein Feind, so wie du selbst, ein geliebtes Kind des Vaters ist. Zur Perfektion in der Feindesliebe wirst du es wahrscheinlich nie schaffen, doch zumindest zu einem Klima des Friedens. Dieser Friede sei mit dir!