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13. Juni 2026 · Unbeflecktes Herz Mariä

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 61,9-11Evangelium · Lk 2,41-51

Erste Lesung – Jes 61,9-11

Nach einem Strafgericht gegen das Volk schließt Gott mit ihm einen neuen Bund und verheißt Segen: d.h.: Jeder wird erkennen, dass sie diejenigen sind, die der Herr gesegnet hat. Darüber wird Freude herrschen und darum folgt in den Versen 10-11 ein Loblied auf den Herrn, vergleichbar mit dem Magnificat aus dem Neuen Testament: Gott rettet, wo es sonst keine Rettung gibt. Er kleidet die Menschen in Gewänder des Heils und der Gerechtigkeit, d.h. die Menschen werden von Gott gleichsam eingehüllt wie von einem Hochzeitskleid, festlich und gleichzeitig Gott würdigend. Alle Völker werden die Wandlung Israels sehen und erkennen. Und so wie man in einem Garten Saat wachsen sieht, wird man die Gerechtigkeit Gottes aufsprießen sehen. Gott ist mit uns, wenn wir seine Gesetze halten und die Treue zu ihm nicht brechen. All die Gesetze, die es zu halten gibt, lassen sich zusammenfassen in: „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst“. Die Liebe ist das Schlüsselwort, sie steht über allen Gesetzen und ersetzt alle Gesetze. Darum bemühe dich stets, in Liebe zu leben und den Weg zu Gott nicht zu verlassen. Wenn du Gott untreu wirst – und jeder wird das gelegentlich im Leben – kehre reumütigen Herzens zu ihm zurück, bitte um Vergebung, sodann wird er dich wieder mit offenen Armen empfangen.

Evangelium – Lk 2,41-51

Als zwölfjähriger Junge bereitete sich Jesus darauf vor, in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen zu werden. Es war seine erste Wallfahrt nach Jerusalem, ein großes Ereignis für ihn und seine Eltern. Am Tag der Rückreise befand sich Jesus nicht bei seinen Eltern. Josef und Maria nahmen daher an, dass sich Jesus innerhalb der großen Pilgerschar zu den anderen Jugendlichen oder Bekannten aus ihrem Ort gesellt hatte. Aber dem war nicht so. Nach einer bereits vollbrachten Tagesreise kehrten sie voll Sorge in ihren Herzen zurück nach Jerusalem und fanden ihn erst am dritten Tag im Tempel, diskutierend mit den besten Lehrern seiner Zeit. Alle die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und seine Antworten. Er war voll Eifer für „seinen Vater im Himmel“ und hatte dabei seine Eltern völlig vergessen. Das ist der erste Hinweis in der Heiligen Schrift, dass Jesus auf seine besondere Beziehung zu „seinem Vater“ aufmerksam macht. Das Staunen dieser Menschen damals, die Jesus hörten, kann auch uns beim Lesen der Heiligen Schrift erfassen. Die in ihr enthaltenen Weisheiten und Prophezeiungen wurzeln in der göttlichen Wahrheit der Liebe, welche, einmal von uns erkannt, jene Kraft bewirkt, die Unglauben zu Glauben, Hoffnungslosigkeit zu Hoffnung und Trauer zu Freude verwandeln kann. Aus diesem ursprünglichen Staunen im Tempel entfaltete sich das Christentum und die Gewissheit, dass mit dem Tod erst das eigentliche Leben beginnt. Lass dich daher von diesem Staunen im Tempel anstecken, dann kannst auch du diese verwandelnde Kraft erfahren, die imstande ist, dein irdisches Leben von Grund auf zu ändern.