Zum Inhalt springen

12. Juni 2026 · Heiligstes Herz Jesu

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Dtn 7,6-11Evangelium · Mt 11,25-30

Erste Lesung – Dtn 7,6-11

In der heutigen Lesung aus dem Buch Deuteronomium wird Gott sehr menschlich beschrieben. Seine Liebe zu seinem auserwählten Volk wird bekundet, sowie die Treue zum Väterschwur, die er durch die Sklavenbefreiung im Exodus eingelöst hat. Die Erwählung von Israel ist aber eine aus menschlicher Sicht unerklärbare und unverdiente. Israel war kein mächtiges und großes Volk, es war das kleinste. Als Gegenleistung forderte Gott lediglich die Einhaltung der Gesetze der Tora, dann wird er über tausend Generationen seinen Bund bewahren. Leistet dagegen jemand Ungehorsam, so wird dieser sofort bestraft, aber nicht mit Vergeltung gegen das gesamte Volk, sondern mit Vergeltung gegenüber dem unrechtmäßig Handelnden. Gott verlangt von uns die Einhaltung seines Kerngebotes, die Einhaltung der Liebe gegenüber ihm und dem Nächsten. Denn wer Liebe gegenüber seinen Nächsten und Gott lebt, ist nicht kühl, rational abwägend, hauptsächlich auf den eigenen Vorteil bedacht, sondern bemüht um das Wohlergehen seines Nächsten, im Bewusstsein, dass dieses Wohlergehen dereinst auch zum eigenen Wohlergehen beitragen wird. Nähe zum Nächsten drückt daher die Grundeinstellung des Herzens aus: Nähe zu Gott. Wir alle werden in absehbarer Zukunft in diese Nähe zu Gott aufgenommen. Bereiten wir uns daher schon jetzt darauf vor.

Evangelium – Mt 11,25-30

Das heutige Evangelium schenkt uns Einblick in das persönliche Gebet Jesu. Was er da sagt, scheint uns vorerst einmal unverständlich und schwer nachzuvollziehen. Er preist den Vater, weil nicht die Weisen, sondern die Unmündigen die Offenbarung empfangen haben – nicht die Ausleger der Schrift, sondern einfache Menschen, Fischer, Frauen, Arme und bekehrte Sünder. Warum ist das so? Wenn wir in den Worten Jesu weiterlesen, erhalten wir den Grund dafür: „Niemand kennt den Sohn, nur der Vater und der, dem der Sohn es offenbaren will“ (Mt 11,27). In den Willen des Sohnes tritt nur jener ein, der eins ist mit diesem Willen, der eins sein möchte mit dem Sohn. Für den erschließt sich die Offenbarung. Wer sich hingegen die Welt selbst schafft, nichts von Gott empfangen möchte, dem bleibt der Wille des Sohnes verschlossen. Dort herrscht der „Gegenwille“, der sich selbst verschließt und sich selbst zu Gott machen möchte. Es liegt nun an dir, dich zu entscheiden, ob du dich in den Willen des Sohnes hineinbegibst oder deinen eigenen Willen lebst. Es ist dies die große Grundentscheidung, vor welche uns das Evangelium stellt.