11. Juni 2026 · Heiliger Barnabas, Apostel
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Apg 11,21b-26;13,1-3
In Antiochia am Orontes entstand die erste Gemeinde, die aus Juden und Heidenchristen zusammengesetzt war. Antiochia war damals eine Weltstadt, die drittgrößte nach Rom. Die Jerusalemer Urgemeinde gelangte in Kenntnis von dieser neuen Gemeinde und entsandte Barnabas, um die Lage dort zu erkunden. Barnabas holte sich die Unterstützung von Paulus, der in Tarsus weilte, und gemeinsam begannen sie ihr Verkündigungswerk in Antiochia. Dort war es auch, wo der Name „Christen“ entstand, eingeführt von Außenstehenden, denen deutlich geworden war, dass es sich bei der neuen Gruppierung nicht mehr um eine innerhalb der Judenschaft handelte, sondern um eine in sich geschlossene, neue Gruppe aus Juden und Nichtjuden. Gott hat also auch die Heiden in sein Volk geholt. Seine „Handlanger“ dafür waren Barnabas und Paulus. Sie hatten keine Scheu, für Gottes Werk neue Wege zu beschreiten, die damals noch vielen als anstößig oder sogar als abwegig galten. Sie vertrauten ihrem Gott und darauf, dass er sie bei ihrem Tun begleiten würde. Dies sollte uns als Beispiel dienen, alles, was wir im Sinne Gottes tun oder gedenken zu tun, im Vertrauen auf ihn auch umzusetzen. Vertrauen wir auf ihn und lassen wir nicht nach darin, ihn auch immer wieder um seine Begleitung, seine Fürsorge und sein Wohlwollen zu bitten.
Evangelium – Mt 10,7-13
Die Auswahl und Ausbildung des engsten Kreises seiner Nachfolger war ein besonders wichtiger Teil von Jesu Sendung. Die Zwölf, genannt Apostel, was soviel wie „Gesandter“ oder „Bote“ bedeutet, hatten die Aufgabe, auch nach dem Tode Jesu, die Botschaft von ihm weiterzugeben. Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, mussten sie mit ihm im Land umherziehen, damit ihr Glaube am Erlebten wachsen und sich festigen konnte. Dieses persönliche „mit Jesus sein“, ist aber auch für uns heute im dritten Jahrtausend nach Christus möglich. Wir können in den Armen und Kranken, den Verlassenen und Fremden immer wieder dem Herrn begegnen. Jesus hat dazu gesagt: „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Wir können heute in der Begegnung mit den geringsten Brüdern das Evangelium verkünden, so wie es die Jünger damals getan haben. Jesus hat seine zwölf Jünger aufgefordert, hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden. Das ist der Sendungsauftrag des Glaubens, der uns alle betrifft. Der Glaube muss missionarisch gelebt werden, sonst ist es kein Glaube. Der Glaube ist nicht nur eine Sache für einen selbst, er muss vermittelt und mit dem persönlichen Zeugnis verkündet werden. Doch bedeutet das weder, dass wir in ferne Länder missionieren sollen, noch, andere von ihrem Glauben abzuwerben. Es bedeutet, im eigenen Umfeld einen Schatz anzubieten und diesen mit anderen zu teilen. Es bedeutet, den eigenen Glauben transparent mit offenen Türen zu leben und zu zeigen, was Christsein bedeutet.