10. Juni 2026 · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Kön 18,20-39
Auf dem Berg Karmel soll es zur Entscheidung kommen, welcher Gott der wahre und lebendige Gott ist. Elija schlägt ein Gottesurteil vor: die Religionen sollen zu einem Wettstreit antreten. Vierhundertfünfzig Baalspropheten treten gegen Elija an. Stiere sollen dem jeweiligen Gott geopfert werden, jedoch ohne ein Feuer zu entzünden. Dies soll durch den jeweiligen Gott geschehen. Die Baalspropheten gebrauchen Praktiken ihres Kults (Litaneien, Ritualtanz, Selbstverstümmelung und Ekstase), doch ihr Gott zeigt keine Reaktion. Anders bei Elija. Nach den entsprechenden Vorbereitungen entzündet Feuer vom Himmel den Opferstier, aber auch den Altar und alles, was von menschlicher Hand für das Opfer vorbereitet worden war. Das Volk fällt anbetend mit den Worten nieder: „Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott!“ (V.39). Das ganze Volk hat sich bekehrt und wieder zum Gott Israels zurückgefunden. Die Baalspropheten werden hingegen allesamt vom Volk getötet. Wie so oft, geht es auch in der heutigen Schrift um Umkehr. Wie wichtig ist doch diese für uns alle. Niemand von uns ist perfekt, alle sind wir mehr oder weniger Sünder und bedürfen der Barmherzigkeit Gottes. Wenn wir mit reumütigen Herzen umkehren, also „heimkehren“, wird Gott uns nicht sein Willkommen entsagen. Er freut sich über jeden, der in ihm den „Vater“ erkennt und bereit ist, sich in dessen Dienst zu stellen.
Evangelium – Mt 5,17-19
Das Gesetz, die fünf Bücher des Moses, und die Propheten wurden von jeher als Einheit und zugleich als schriftliche Festsetzung von Gottes Willen verstanden. Jesus möchte von diesem Willen des Vaters nichts wegnehmen, ihn nicht reduzieren, aber er möchte ihn neu und unverfälscht verkünden, wobei er besonderes Schwergewicht, im Gegensatz zur äußeren Haltung zum Gesetz, auf die innere Haltung, das Herz, Wert legt. Er möchte erfüllen, was von Anbeginn der Zeiten als festgeschrieben galt, doch bis dahin noch nicht in den Herzen der Menschen seinen Niederschlag gefunden hat: Die Freude über Gottes Wort, über seine Nähe zu uns und die Verheißung, welche sich durch seinen Sohn erfüllen sollte. Das heißt: Jesus ist gekommen, um uns alle durch seinen Leidensweg mit einer Freude zu erfüllen, die an das Innerste unseres Seins rührt, denn sie verheißt neues Leben nach dem Tod. Wir dürfen und sollen diese Freude leben, sie ausstrahlen und auf andere überspringen lassen, deren Herzen noch immer gegenüber der Liebe Gottes abgeneigt sind. Diese Freude ist jedoch nicht zu vergleichen mit den kurzlebigen Freuden des Alltags. Sie ist die Freude, die Gewissheit, dass alles Leid in Jesu Armen aufgefangen wird und es ist die Freude über unsere Zukunft, in welcher Gott dem Leid keine Chance mehr geben wird. Ein Christ, der nicht freudig ist, dem fehlt etwas oder er ist kein Christ. Denn nur die Freude des Herzens, die innere Freude, die Freude an der Verheißung ist es, die uns auch in schweren Momenten vorwärtsbringt und Mut schenkt.