8. Juni 2026 · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Kön 17,1-6
König Ahab von Israel regierte etwa in den Jahren von 871-852 v.Chr. Seine Gemahlin, Isebel aus Tyrus brachte die Verehrung Baals, dem Gott der Natur, der Fruchtbarkeit und des Wohlstandes mit nach Israel, worauf dieser nicht nur am königlichen Hof, sondern auch im Volk verehrt wurde. Elija tritt nun unvermittelt dem König entgegen und kündigt, bevollmächtigt von Gott, eine todbringende Dürre an, die nur auf sein Wort hin enden wird. Natürlich ist auch Elija von dieser Dürre betroffen, doch Gott kümmert sich fürsorglich um ihn: Raben bringen ihm Nahrung und der Bach Kerit, an dem er sich niedergelassen hat, versorgt ihn mit Wasser. Die dreijährige Dürre sollte dem König Mahnung sein, dass es ausschließlich Gott, der Herr, ist, der die Menschen mit allem Notwendigen versorgt, und nicht die Götzen. Stellen nicht auch wir uns oft oder gelegentlich in den Dienst von falschen Göttern im Misstrauen gegenüber Gott? Stellen wir nicht selten genug materielle Dinge weit über den Schöpfer und versklaven wir uns selbst um ihrer selbst willen? Materielle Dinge sind gut und können von Bedeutung sein, können aber nie die Bedeutung erreichen, die Gott, unser Schöpfer für uns hat, denn nur Gott kann das ewige Leben schenken und an Materiellem können wir nichts in das ewige Leben mitnehmen. Und falsche Götter führen nur in den Abgrund, denn für sie ist nichts heilig, außer sie selbst.
Evangelium – Mt 5,1-12
Jesus hat auf einem Hügel, am Ufer des Sees Gennesaret, in seiner großen Predigt – der Bergpredigt – als Einleitung die Seligpreisungen verkündet. Als Christen sollten wir uns diese immer wieder vor Augen halten und meditieren. Doch was ist das Besondere an diesen Seligpreisungen? Was teilt uns Jesus mit ihnen mit? Er beschreibt mit ihnen den Weg des Lebens, jenen Weg, den er selbst gegangen ist und der auch zu unserem Weg werden sollte, denn es ist der Weg des wahren Glücks: „Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel“ (Mt 5,12). Jesus offenbart uns in den Seligpreisungen den Willen Gottes und beginnt jeweils mit den Worten: „Selig die …“, das heißt, glücklich sind diejenigen, die sich den Forderungen der Seligpreisungen nicht widersetzen. Dabei liegt der Grund der Seligkeit nicht in jenem Zustand, den Jesus als Voraussetzung für das Glücklichsein beschreibt, sondern in der Annahme dieses Zustandes, im Glauben, dass alles, was wir im Leben erhalten und erfahren, ein Geschenk Gottes ist, auch dann, wenn wir dieses Geschenk nicht öffnen oder annehmen wollen. Auch Jesus hat gelitten und darin einen höheren Sinn und Zweck erkannt. Natürlich können wir uns fragen: Welchen Sinn hat das Leid? Auf diese Frage werden wir, solange wir auf dieser Welt leben, keine befriedigende Antwort erhalten. Das Einzige, das uns im Leid bleibt, ist, dieses anzunehmen, es zu ertragen, ohne dabei den Glauben an Gott zu verlieren. Wie schwer ist das!