Zum Inhalt springen

7. Juni 2026 · Sonntag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Hos 6,3-6Evangelium · Mt 9,9-13

Erste Lesung – Hos 6,3-6

Das Buch Hosea entstand im achten Jahrhundert v.Chr., in einer Zeit der Bedrängnis für das Nordreich. Das Volk war ungehorsam gegenüber Gott und so verkündet der Prophet Hosea, dass Gott sein Volk trotz allem liebt. Gott bringt es nicht über sich, sein einmal erwähltes Volk zu verstoßen, trotz aller Schuld, die es auf sich geladen hat. Erstaunlicherweise ist das Volk aber noch immer nicht bereit zur Umkehr und meint, die Not würde nur kurze Zeit dauern, es genüge, fromme Bußlieder zu singen, um Gott umzustimmen. Doch der Prophet macht solchen Illusionen ein Ende. Gott klagt über die Sturheit seines Volkes und darüber, dass er harte Maßnahmen gegen Israel und Juda setzen muss. LSUB, ist unsere Haltung gegenüber Gott nicht auch oft eine allzu leichtfertige? Ist er stets unser Begleiter in den Mühen des Alltags oder besinnen wir uns erst dann auf ihn, wenn wir in Probleme geraten? Und ist er nicht für uns der gütige, barmherzige Vater, der alles verzeiht? Sicherlich, Gott verzeiht alles, wenn wir mit reumütigen Herzen zu ihm umkehren. Aber wie soll er verzeihen, wenn wir uns immer weiter von ihm wegbewegen und ihn keines Blickes würdigen? Gott hat nur „an Liebe Gefallen“ (V.6), darum müssen wir diese Liebe leben, gegenüber unseren Nächsten als auch gegenüber Gott, unserem Schöpfer, ohne den wir nicht existieren würden.

Evangelium – Mt 9,9-13

In seiner Barmherzigkeit erwählt Jesus die Apostel auch aus „den Schlechtesten“, den Sündern und Korrupten. Im Evangelium des Tages ruft er Matthäus, einen Zöllner, also jemand der für Geld seine Heimat verriet, in seine Nachfolge. Warum hat Jesus nicht nur aus den „Guten“ erwählt? Er beauftragte die sündige Samariterin zu verkünden, dass er der Messias sei. Er hat viele andere Sünder ausgesucht und sie zu Apostel berufen. Ebenso sind viele Heilige aus den tiefsten menschlichen Niederungen heraus erwählt worden. Wir dürfen nie des Bewusstseins verlustig werden, dass auch wir aus unseren Sünden heraus erwählt wurden, um Jesus nachzufolgen. Wir müssen uns stets in Erinnerung halten, dass der Herr sich unserer Sünden erbarmt und uns rief, Christ, Apostel und Verkünder zu sein. Wenn wir das vergessen und beginnen ausschließlich weltliche Karriere zu machen, entfernen wir uns vom Herrn und werden zum Funktionär, sind dann aber keine Apostel mehr und unfähig, Jesus weiterzugeben. Aus diesem Grund ist es wichtig, unsere Ursprünge, unsere Schwachheit, Unbeständigkeit und unseren Hang zur Weltlichkeit sowie den klaren Blick für die Selbsterkenntnis nicht aus den Augen zu verlieren, und den klaren Blick für den Weg, den wir noch gehen müssen, zu behalten.