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6. Juni 2026 · Samstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Tim 4,1-8Evangelium · Mk 12,38-44

Erste Lesung – 2 Tim 4,1-8

Paulus blickt in der heutigen Lesung auf sein großes und erfülltes Leben zurück und schärft bereits gegebene Mahnungen noch einmal nachdrücklich ein. Er hat seinem Auftraggeber Jesus Christus die Treue gehalten und sieht der Stunde des Gerichts gelassen entgegen. Seine Nachfolger sollen daher in der Verkündigung der Heilsbotschaft dieselbe Treue halten wie er, denn nur so kann jeder sein Ziel erreichen. Paulus räumt jedoch ein, dass rechte Evangeliumsverkündigung nicht immer mit Erfolg rechnen kann. Er sieht eine schwere Zukunft voraus, es werden Zeiten kommen, in denen die Menschen nicht auf das Evangelium hören, sondern nach Bestätigung ihrer eigenen Wünsche und nach Sensationen suchen werden. Die Aufgabe des Verkünders wird es dann sein, zur rechten Zeit das rechte Wort zu sagen, für die wahre Lehre einzutreten und aufzufordern, auf die Zukunft hinzuleben, auf Jesus Christus. Was bedeutet es, auf Jesus Christus hinzuleben? Es bedeutet, das eigene Heil, die Zukunft in Glückseligkeit im ewigen Leben schon im Hier und Jetzt anzustreben. Alles, was den Tugenden entgegenspricht, ist zu vermeiden, der Egoismus auszuschalten und der Blick für die Anliegen des Nächsten zu schärfen. Es gilt, dem Reich Gottes bereits auf Erden Raum zu geben, ihm zum Wachstum zu verhelfen und so dem Bösen entgegenzuwirken. Es ist dies eine Lebensaufgabe, die aber Leben schafft und erhält.

Evangelium – Mk 12,38-44

Jesus lehrt im Tempel von Jerusalem und viele Menschen hören ihm mit Freude zu; doch sicherlich nicht die Schriftgelehrten, denn gegen diese äußerte sich Jesus meist in polemisierender Weise. Diese liebten es, in prächtigen Gewändern umherzugehen, um bemerkt, gegrüßt und verehrt zu werden. Da fällt Jesu Blick auf eine arme Witwe, die alles was sie besaß, zwei kleine Münzen, in den Opferkasten des Tempels wirft. Jesus vergleicht diese beiden Szenen: Auf der einen Seite die mit zweierlei Maß lebenden, stolzen und stolzierenden Schriftgelehrten und auf der anderen Seite diese arme Witwe, die kaum das Notwendigste zum Leben hat und trotzdem alles opfert, was sie noch besitzt. Auf der einen Seite diejenigen, die dem Geld dienen, auf der anderen Seite diejenige, die dem Herrn alles opfert. Was beinhaltet dein Opferkasten? Vielleicht herzlose Gaben, gespendet aus dem Antrieb, dein Gewissen zu beruhigen? Oder bekunden die Gaben in deinem Opferkasten dein Herzblut, das mit ihnen verbunden ist? Bist du bei deren Opferung über deinen eigenen Schatten gesprungen, hast du damit ein Hindernis überwunden, dass deine Seele für unüberwindbar hielt? Ist dir dies gelungen, bist du auf dem schwierigen Weg der Umkehr ein gutes Stück vorangekommen, dann hat der Geist Gottes in dir gesiegt und du bist damit deinem Heil nähergekommen.