5. Juni 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Apg 26,19-23
Paulus, gefangen gehalten in Caesarea, wird, bevor er nach Rom zum Kaiser geschickt wird, noch einmal angehört, diesmal von König Agrippa. Paulus wird nebst dem König, auch seinem Gefolge und der Oberschicht Caesareas öffentlich vorgeführt und hält eine lange Verteidigungsrede, die vierte und letzte ihrer Art. Paulus erzählt von seiner Berufung, davon dass sich ihm der Auferstandene zu erkennen gab und er spricht vom Sendungsauftrag, der Botschaft von der notwendigen Umkehr, der Zuwendung zu Gott und einer Lebensführung, die der Umkehr und somit dem Zeugnis Jesu Christis entspricht. Ausdrücklich weist Paulus darauf hin, dass er nichts anderes verkündigt als das, was schon die Propheten und Moses vorausgesagt hatten. Und nun stehe er wegen der Hoffnung auf die von Gott verheißene Auferstehung vor Gericht. Nun LSUB, worum geht es beim Zeugnis für Jesus Christus? Es geht um Umkehr und um eine Lebensführung, die dieser Umkehr entspricht. Wollen wir Jesus auf seinem Weg nachfolgen, müssen wir unseren Lebenswandel ändern. Wir dürfen nicht länger unsere Augen vor den Nöten auf dieser Welt verschließen, wir dürfen nicht länger unsere Hände verschließen, sondern müssen sie öffnen, um Taten zum Wohle unserer Nächsten und somit auch zum Wohle unseres eigenen Heils zu setzen.
Evangelium – Joh 15,14-16a.18-20
Jesus ist unser Freund! Im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Christus vivit“ lesen wir: „Die Freundschaft mit Jesus ist unverbrüchlich. Er verlässt uns nie, auch wenn er manchmal zu schweigen scheint. Wenn wir ihn brauchen, lässt er sich von uns finden, und er bleibt an unserer Seite, wo immer wir auch hingehen“. D.h. wir Christen haben ein Geschenk erhalten: Den Zugang zum Herzen Jesu und seine Freundschaft. Wir haben das Glück, ein solches Privileg zu besitzen und es wird zu unserer Berufung, seine Freunde zu sein. Dies beinhaltet gegenseitiges Vertrauen und dorthin zu gehen, wo der andere hingeht, und das zu tun, was der Herr tut, ohne Rücksichtnahme auf eigene Befindlichkeiten. Jesus zum Freund zu haben ist der größte Trost. Das kann aus jedem von uns einen dankbaren, fröhlichen Menschen machen, der zu bezeugen vermag, dass die eigene Gebrechlichkeit kein Hindernis darstellt. Denn die Evangelien berichten uns mehrmals von der Begegnung Jesu mit Menschen mit Behinderungen, deren Leben sich dadurch tiefgreifend änderte und die begonnen haben, seine Zeugen zu sein. Diese Evangelien sind für alle Menschen aufgeschrieben, auch für dich! Sie sind das lebendige Wort, das uns den Weg durchs irdische Leben hin zum ewigen Leben zeigt. Kann es einen besseren Freund geben als diesen, der uns das ewige Leben anbietet und schenkt? (Nach einer Botschaft von Papst Franziskus am 3. Dezember 2021; L’osservatore Romano 47/2021)