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4. Juni 2026 · Fronleichnam

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Dtn 8,2-3.14-16aEvangelium · Joh 6,51-58

Erste Lesung – Dtn 8,2-3.14-16a

Die heutige Lesung aus dem AT bedenkt die Zeit nach der Landnahme und soll als Mahnung dienen, Gott den Retter und Lebensbegleiter nicht zu vergessen. Gott hatte sein Volk vierzig Jahre durch die Wüste geschickt, eine Zeit voller Entbehrungen. Es war dies die Zeit der Prüfung für sein Volk. Es sollte lernen, dass der Mensch sein Leben nicht selbst sichern kann, sondern hinter allem, was er zum Überleben benötigt, das schaffende Wort Gottes steht, der für sein Volk sorgt. Man könnte sagen, die vierzig Jahre in der Wüste waren eine Zeit der Erziehung als Test der Lernfähigkeit Israels und der freien Entscheidung zum Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes. LSUB, Gott will von uns als Wegbegleiter verstanden sein, als einer, der unseren ganzen Lebensweg mit uns geht. Er möchte, dass wir ihn nicht vergessen, wenn unser Leben satt wird und wir aus dem Überfluss leben. Er geht mit uns durch alle unsere Wüsten bis hin zum gelobten Land, ins Glück, ins ewige Glück oder Heil. Doch wie viele Menschen denken heute noch an Gott, wenn es ihnen gut geht? Erst wenn schlechte Zeiten kommen, erinnern sich die Menschen wieder an ihn. Aber ohne Gott versinkt die Welt in Chaos, Krieg, Unzufriedenheit, Ungerechtigkeit und Ausbeutung. Anstelle von Menschenwürde nimmt Verachtung Platz ein, Verachtung des Lebens und der Schöpfung. Wenden wir uns wieder Gott zu, vertrauen wir uns alle wieder ihm an, damit wir zum Licht der Völker werden können.

Evangelium – Joh 6,51-58

In der Synagoge von Kafarnaum spricht Jesus über irdisches Brot als Speise, um dann von sich als dem wahren Brot des Lebens zu reden: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben“ (Joh 6,51). Diese Worte Jesu von seinem Fleisch und Blut können leicht zu Missverständnissen führen. Doch was meint Jesus? Der Prolog des Johannesevangeliums gibt uns Auskunft über das Fleisch Jesu: „Das Wort (Gottes) ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14). Der Vater hat Jesus als Speise des ewigen Lebens in die Welt gesandt und deshalb sollst du dieses Fleisch, sein Wort, in dich aufnehmen und Jesus wird sich damit selbst, sein Fleisch, als Opfer für uns darbringen. In der Tat hat Jesus am Kreuz seinen Leib hingegeben und sein Blut vergossen. Der Gekreuzigte ist damit das wahre Osterlamm, das uns aus der Knechtschaft der Sünde herausführt und uns auf dem Weg zum Gelobten Land beisteht. Das Blutopfer und somit das Opferblut, spielte in der Religion Israels eine ausgleichende Rolle für verwirktes Leben und Sühneleistung für Sünde. Aber erst das Opferblut Jesu schenkt uns die Hoffnung auf das ewige Leben, denn durch dieses Blut werden wir alle zum Eigentum des Herrn. Dieses Blut ist so stark, dass es unsere Seelen von aller Schuld reinwäscht und sie von allen dunklen Flecken befreit. Anerkennst du Jesu Opfertod für dich und nimmst du dieses Opfer zutiefst in dir an, dann wirst du den Fängen der dunklen Macht entrissen. Nimm daher das Wort Gottes in dich auf, handle danach und danke Jesus für seinen Opfertod, dann wird für dich der „Jüngste Tag“ dein erster Tag im jenseitigen Leben sein.