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2. Juni 2026 · Dienstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Petr 3,12-15a.17-18Evangelium · Mk 12,13-17

Erste Lesung – 2 Petr 3,12-15a.17-18

Der Verfasser des zweiten Petrusbriefes weist im Schlussteil seines Briefes auf die Wiederkunft Christi hin. Diese wird mit einer kosmischen Katastrophe verbunden sein, die alte Welt wird vergehen und es wird einen neuen Himmel und eine neue Erde geben. Die Haltung von uns Christen soll dabei aber nicht Angst und Schrecken sein, sondern „heiliger Wandel“ mit einem Festhalten an der Wahrheit. Auf die Frage, warum sich der Herr mit seiner Wiederkunft so viel Zeit lässt, wird damit beantwortet, dass Gott ein anderes Zeitmaß hat als wir Menschen und dass er uns noch Möglichkeit einräumt zur reumütigen Umkehr. Gott möchte alle Menschen retten und dass alle von seiner Botschaft Kenntnis erlangen und ihr Leben danach ausrichten. Daher ist es nie zu spät dafür, sich dem Reich Gottes zuzuwenden. Bis hin zu deinem letzten Tag kannst du umkehren, Reue zeigen und dein Herz für den Herrn öffnen. Wahre Umkehr wird vom Herrn mit gerechtem Lohn ausgezeichnet. Jeder kann das ewige Leben erwerben, unabhängig davon, auf welchen Spuren er sein Leben lang gewandelt ist. Ausschlaggebend für das Heil der Seele ist das Erreichen des Ziels, die Gotteserkenntnis gepaart mit der Selbsterkenntnis. Selbst dem Schächer am Kreuz hat Jesus, nach seiner Bitte um Rettung noch zugesprochen: „Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23,43).

Evangelium – Mk 12,13-17

Nach seinem triumphalen Einzug in Jerusalem musste sich Jesus verschiedenen Fragen der Hohepriester, Schriftgelehrten und Pharisäer stellen. Eine davon lautete: „Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?“ (Mk 12,14b). Wird sich Jesus hierbei der Haltung der Zeloten anschließen, indem er empfiehlt, die Kopfsteuer nicht zu zahlen? Warum überhaupt diese Frage? Nun: Jesus soll aufgrund seiner Antwort den Fragestellern eine Handhabe bieten, ihn entweder der römischen Justiz oder den religiösen Eiferern auszuliefern. Doch Jesus durchschaut ihr Spiel und empfiehlt: Man kann dem Kaiser und Gott geben, was ihnen zusteht, denn wir gehören Gott und müssen seinen Ansprüchen genüge leisten, andererseits vergeben wir uns als Menschen nichts, wenn wir den staatlichen Autoritäten das zukommen lassen, was ihnen rechtens zusteht. Es war dies eine sehr kluge Antwort von Jesus, beiden zu geben, was ihnen zusteht. – Natürlich können aber dadurch Spannungsfelder entstehen, in welchen wir als Christen gefordert werden. Wir sind deshalb als Christen gefragt, Christsein in dieser vom Materialismus geprägten Welt auszuhalten, vorzuleben und durchzusetzen, also menschliche Bedürfnisse und Rechte zu schützen und für sie mit aller Kraft einzustehen. Andererseits muss eine Gesellschaftsordnung auf dieser Welt sein, verzichten auf sie können wir nicht, denn ohne diese würde, durch die Angriffe des Antichristen, das Chaos auf dieser Welt zum Untergang führen. Doch über dieser von Menschen geprägten Ordnung muss Gott stehen, von ihm muss diese Ordnung durchwirkt sein und von uns in Wertschätzung humaner Ideale und der Schöpfung realisiert werden.