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1. Juni 2026 · Montag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Petr 1,2-7Evangelium · Mk 12,1-12

Erste Lesung – 2 Petr 1,2-7

Der zweite Petrusbrief ist zwar der Form nach ein Brief, vom Inhalt her aber eher ein Mahnschreiben oder eine Predigt. Verfasst wurde der Brief in der erstens Hälfte des zweiten Jahrhunderts nach Christus. Er ist die jüngste Schrift im Neuen Testament, als Autor ist nach aktuellem Wissensstand Petrus auszuschließen. Im Zentrum steht die Verkündigung christlichen Glaubens gegen Falschlehrer. Der Verfasser versucht dabei, die Sprache des Christentums zu modernisieren, um den griechisch sprechenden Lesern verständlich zu machen, worum es geht. So ersetzt er den biblischen Begriff der Gerechtigkeit durch den der Tugend und rückt den Glauben an Gott und Jesus Christus in die Nähe der Erkenntnis, denn die Erkenntnis Jesu als den Herrn ist tatsächlich der Kern des christlichen Glaubens und der Anfang unseres Heilsweges. Die Beschreibung von diesem ist mit einer Kette von Eigenschaften verbunden, die mit dem Oberbegriff „Tugend“ miteinander verbunden sind und als Basis die brüderliche Liebe teilen. Wie tief ist die Erkenntnis von Jesus Christus als unser Herr heute noch in den Herzen der Menschen verankert? Eine Million an Kirchenaustritten in Österreich in den letzten 20 Jahren kann uns darauf eine Antwort sein. Die Menschen wenden sich vermehrt von Gott ab, Kirchengebäude werden leerer und zum Teil auch schon an Private verkauft. Wohin das in der weiteren Zukunft, zumindest bei uns in Mitteleuropa, führen soll, kann heute noch niemand beantworten.

Evangelium – Mk 12,1-12

Heute hören wir das Gleichnis von den mörderischen Winzern. Jesus möchte damit die Hohepriester und die Ältesten des Volkes warnen, einen falschen Weg einzuschlagen. Das Bild, welches Jesus in diesem Gleichnis zeichnet, ist eindeutig: Der Weinberg steht für das auserwählte Volk, die Knechte sind die Propheten und der Sohn ist Jesus. Die Winzer sind all diejenigen, die den Sohn ablehnen und sogar töten werden. Was wird der Besitzer des Weinberges mit diesen Winzern tun? Er wird sie vernichten und den Weinberg anderen geben (Mk 12,9). Jesus konfrontiert mit dieser harten Aussage seine Gesprächspartner mit ihrer Verantwortung. Aber seine Mahnung gilt nicht nur ihnen, sie gilt für alle Zeit und daher auch uns. Jeder von uns trägt Verantwortung, nicht in der Ausbeutung der Natur oder des Menschen, sondern im Dienen, denn der Weinberg gehört dem Herrn, nicht uns. Ergänzend dazu können wir im Brief an die Philipper lesen: „Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht.“ Das ist die Haltung der Verantwortung. Leider wird heutzutage Verantwortung geringgeachtet. Ausbeutung des Menschen und unseres Planeten, zugunsten des Profits, der eigenen Interessen sowie der eigenen Machtposition stehen allgemein an oberster Stelle. Viele vergessen dabei die Frage: Was hinterlassen wir der nächsten Generation und wie kann einmal das Leben unserer Kinder sein, wenn wir jetzt nicht darauf achten, Verantwortung zu übernehmen und zu tragen?