31. Mai 2026 · Dreifaltigkeitssonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Ex 34,4b.5-6.8-9
Nach dem Tanz um das goldene Kalb und der Zerstörung der ersten Gesetzestafeln durch Moses, fertigt Moses im Auftrag Gottes zwei neue Tafeln an und besteigt damit noch einmal den Berg Sinai. Dort erscheint ihm abermals Gott und offenbart seinen Namen wie in der Dornbuschszene: „Der Herr ist der Herr, ein gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue“ (V.6). Gott tut damit kund, was sein Name bedeutet: Barmherzigkeit, Gnade und Treue, und das angesichts der Erfahrung von der Untreue und Wankelmütigkeit seines Volkes. Moses bittet Gott daraufhin, mit seinem Volk zu ziehen, denn sie sind nun bereit, zu Gottes Eigentum zu werden. Moses kennt die Schwächen, Schuld und Bedürftigkeit Israels und möchte deshalb sein Volk Gottes Macht überantworten. Nur wenn wir uns Gott anvertrauen, uns zu seinem Eigentum erklären, werden wir nicht verlorengehen. Wenn wir hingegen meinen, ohne Gott im Leben zurechtzukommen, ihn nicht zu benötigen, werden wir hilflos versagen und unserem Untergang entgegengehen. LSUB, wir alle sind Gottes Kinder und haben seinen Geist in uns. Distanzieren wir uns von diesem Geist, wessen Geist ist dann unser Führer? Jedenfalls nicht mehr Gottes Geist. Und dieser andere Geist führt uns dann nur in den Abgrund. Warum das die Menschheit bis heute nicht begriffen hat, bleibt ein Rätsel.
Evangelium – Joh 3,16-18
Nikodemus, ein führender jüdischer Ratsherr, besucht heimlich, in der Dunkelheit Jesus, weil er es aufgrund seiner Position nicht wagt, sich öffentlich bei ihm zu zeigen. Er erkennt in Jesus Gottes Wirken und möchte mehr über diesen Jesus, seine Mission und Lehre erfahren. Beim dem sicherlich länger geführten nächtlich Gedankenaustausch schenkt ihm Jesus den Hinweis auf seine eigentliche Aufgabe: Gott liebt die Welt so sehr, dass er seinen einzigen Sohn zur Rettung dieser Welt hingab. An dieser Stelle sei die Frage gestattet: Ist diese Welt so liebenswert, um gerettet zu werden? Ist diese Welt nicht in einem erbärmlichen und mutwillig selbstzerstörerischen Zustand? Es gibt so viele Kräfte des Bösen, welche dieser Welt keine Überlebenschance einräumen möchten, obwohl diese Welt unser einziges Boot in diesem unendlichen Ozean des Universums ist. In diese Situation hinein spricht Jesus vom Rettungsplan Gottes: Er sendet seinen Sohn, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Nun, glaubst du an Jesus, den Retter? Glauben heißt, Jesus zu vertrauen, sein Wort anzunehmen – Gottes Wort – und ihm nachzufolgen mit allen Konsequenzen, die sich aus der Last des Kreuzes ergeben. Dazu gehört auch, die Gebote Gottes zu halten. Natürlich wird der Antichrist darum kämpfen, dich davon abzuhalten. Doch Jesus hat bereits den Antichristen am Kreuz entmachtet und dich gerettet, wenn du bereit bist, zum Kreuz aufzublicken und sagst: Danke Herr, ich glaube an dich, verzeih mir.