29. Mai 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Petr 4,7-13
Petrus schreibt in seinem ersten Brief: „Das Ende aller Dinge ist nahe“ (V.7) und verweist damit auf das endzeitliche Gericht, dem niemand von uns entkommen wird. Zur Vorbereitung auf dieses unvermeidliche Geschehen sollen wir beten sowie einen besonderen, liebevollen Umgang miteinander hegen. Wir müssen uns jetzt schon auf Gott ausrichten, mit einem wachen und einem bereiten Herzen sowie mit dem Dienst der Liebe, d.h. mit Geben, Helfen, Reden und Tun, denn der Dienst der Liebe deckt viele Sünden zu. Zur Vorbereitung auf das Unvermeidliche zählt auch, die Leiden, die uns zustoßen, als Prüfungen zu betrachten, im Wissen, dass Leid nicht nur einen selbst trifft, sondern dass alle Christgläubigen davon betroffen sind. Im Wissen darum kann es einem leichter fallen, die eigenen Leiden gelassener anzunehmen und zu ertragen. Und jedes Leid ist nicht etwas Letztes, Endgültiges, denn es wird gewiss, dass wir nach dem endzeitlichen Gericht eine Existenzform ohne Leid erfahren werden. Eine Existenzform in und bei Gott, in Liebe und Freude, ohne weiteren Tod und Vergänglichkeit. Leben wir nach diesen Empfehlungen des Petrus, wird Gott durchaus sichtbar auch für alle anderen verherrlicht. Schlussendlich werden auch wir dadurch dereinst verherrlicht werden in der Auferstehung zum ewigen Leben.
Evangelium – Mk 11,11-25
Im Frühling zog es viele Menschen nach Jerusalem zum Paschafest. So auch Jesus mit seinen Jüngern. Da sie selbst kein Nachtquartier mehr in der Stadt finden konnten, begaben sie sich zum nächsten Ort, nach Betanien, wo auch Marta, Maria und Lazarus wohnten. Von dort gingen sie dann jeden Tag drei Kilometer nach Jerusalem. Auf diesem Weg erblickte Jesus eines Tages einen Feigenbaum ohne Früchte. In Ermangelung dieser, verfluchte Jesus diesen Baum, als Zeichenhandlung in Bezug auf die geistliche Unfruchtbarkeit des Tempels, aus dem trotz der vielen rituellen Handlungen, die dort stattfanden, keine Früchte wuchsen. Wann ist für uns die Zeit, Jesus Früchte zu bringen? Wenn du ausschließlich auf jenen Zeitpunkt wartest, an welchem du Jesus direkt gegenüberstehen wirst, wird es schon zu spät dafür sein. Jesus möchte, dass wir immer Früchte bringen, und zwar so viele, dass unser Baum des Lebens voll damit wird. Deine Früchte sollen der Nährboden für jene Pflanzen sein, die kümmerlich vor sich hin gedeihen, kraftlos, dem Unwetter ausgesetzt und vom Hagel bedroht, in der steten Gefahr, vernichtet zu werden. Sei Nahrung für diejenigen, denen es an so vielem mangelt und welche du aus ihrer Verlorenheit retten und ins Leben zurückführen kannst.