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28. Mai 2026 · Donnerstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Petr 2,2-5.9-12Evangelium · Mk 10,46-52

Erste Lesung – 1 Petr 2,2-5.9-12

In Fortsetzung seines ersten Briefes, gerichtet an verschiedene Gemeinden in Kleinasien, fordert Petrus seine Briefadressaten auf, wie neugeborene Kinder nach Milch zu verlangen – nach geistiger oder „worthafter“ Milch, d.h. nach dem Wort des Evangeliums zu verlangen. Von dieser Milch sollte man beständig kosten, um der endzeitlichen Rettung sicher zu werden. Mit der Aufnahme dieses Wortes wächst nämlich die Beziehung zu Christus, der in einem bildhaften Vergleich, als Eckstein eines Gebäudes dargestellt wird, dem Gebäude Lage und Ausrichtung vorgebend. Alle anderen Steine in diesem Verband – das sind alle die in dieser Christusbeziehung leben – haben sich nach diesem Eckstein auszurichten. Nur so kann ein dauerhaft geistiges Haus in Gemeinschaft mit Jesus Christus aufgebaut werden. Für diejenigen, die nicht glauben, wird der Eckstein Jesus Christus zum Stolperstein, denn sie lehnen Jesus als den Herrn und die Heilige Schrift als von Gott gegeben ab. Gott hat in ihren Herzen keinen Platz, diesen haben sie der Welt und ihren Dinge reserviert. Ein gemeinsames geistiges und stabiles Haus lässt sich damit nicht errichten. Das Haus, das man bestenfalls damit errichten kann, ist wie ein Haus auf Sand gebaut, das dem ersten Sturm und der ersten Erschütterung nicht standhalten kann. Unser Leben und unsere Art der Lebensführung sollte daher stets die „Frohe Botschaft“ als Grundlage haben und nicht Vergängliches oder Kurzlebiges.

Evangelium – Mk 10,46-52

Ein Blinder ruft Jesus um sein Erbarmen und Jesus erbarmt sich seiner. Sind nicht auch wir oft blind gegenüber dem Geschehen auf dieser Welt mit all den Nöten so vieler Menschen? Wie oft bleiben unsere Herzen kalt und wie oft wenden wir uns davon ab, das Notwendigste für unseren Nächsten zu tun? Der Blinde im Evangelium sah nur sein eigenes Leid, in die Welt hinausschauen konnte er nicht. Auch wir verfangen uns oft im eigenen Leid und blicken dann kaum mehr über unseren Horizont hinaus. Doch der Blinde erkannte, wer ihn aus seiner Notsituation heraushelfen konnte. Viele von uns erkennen diesen Weg nicht. Sie bleiben in sich verschlossen und wollen ihre Blindheit vor der Wahrheit nicht ablegen. Sie rufen nicht um Erbarmen. Ihr Ruf gilt eher der Welt mit all ihren Verlockungen. Was soll der Herr hier tun? Aus diesem Grund gibt es auch so viele Gelähmte auf dieser Welt, die trotz Jesu Ruf nicht imstande sind, sich zu erheben und etwas für das Leben zu tun. Es sind so viele Dinge, die sie fesseln und so sind sie Gefangene ihrer selbst in Bevorzugung und Pflege der Selbstbezogenheit und des Egoismus. Bei ihnen und in ihnen verhallt Jesu Ruf ungehört und so fehlt ihnen die Verbindung zum Herrn und jene Kraft, um aus der Gnade Gottes Früchte zu bringen oder auch Schweres zu ertragen. Deshalb sei immer offen für Jesu Ruf. Wenn du mit offenen Augen durch die Welt gehst, kannst du leicht erkennen, was dir Jesus zuruft und was er von dir erwartet. Steh auf und geh hinaus. Folge Jesus nach und setze jenes Werk fort, das er vor 2°000 Jahren begonnen hat.